ROUNDUP, Siemens

Siemens mit starkem SoftwaregeschÀft - Prognose bestÀtigt

13.05.2026 - 11:03:10 | dpa.de

Der Technologiekonzern Siemens DE0007236101 hat im zweiten GeschÀftsquartal von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit KI-Rechenzentren insbesondere in den USA sowie einem starken SoftwaregeschÀft profitiert.

Der starke Euro belastete dagegen Umsatz und Ergebnis. Zudem wirkten sich US-Zölle negativ auf den Gewinn aus. "Wir haben ein erfolgreiches zweites Quartal abgeliefert, trotz des weiterhin sehr anspruchsvollen geopolitischen Umfelds", kommentierte Konzernchef Roland Busch am Mittwoch bei der Zahlenvorlage. Die Prognose fĂŒr den Konzern bestĂ€tigte das Unternehmen.

Nach zwischenzeitlichen Abgaben notierte die Aktie zuletzt fast rund ein halbes Prozent höher. Die Resultate seien in den KerngeschĂ€ftsbereichen, auf die sich die Anleger konzentrierten, stark ausgefallen, bemerkte Analyst Phil Buller von JPMorgan. Dies gelte vor allem fĂŒr das Segment Digital Industries, wo Auftragseingang, Umsatz und Gewinn trotz stĂ€rker als erwarteter Wechselkursbelastungen um bis zu 9 Prozent ĂŒber den KonsensschĂ€tzungen lĂ€gen.

Dagegen sieht Bernstein-Experte Alasdair Leslie die gute Auftragslage durch die leicht verfehlte Margenerwartung ĂŒberschattet. Nach den Ergebnissen einiger Wettbewerber seien die Erwartungen am Markt gestiegen. Er sieht im Fehlen einer angehobenen Konzernprognose vielleicht eine leichte EnttĂ€uschung.

In den Monaten Januar bis MĂ€rz stieg der Auftragseingang um 11 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das war mehr als Analysten erwartet hatten. Dabei verzeichnete das GeschĂ€ft mit intelligenter Infrastruktur (Smart Infrastructure) einen Auftragsrekord. Das GeschĂ€ft fĂŒr Rechenzentren stach besonders heraus, es erzielte ein NeugeschĂ€ft von 1,9 Milliarden Euro. "Hier hatten wir ein Auftragswachstum in dreistelliger prozentualer Höhe. Das ist beispiellos", so Busch. Der Manager geht davon aus, dass der Boom zunĂ€chst in den kommenden zwei bis drei Jahren anhalten wird, angetrieben vom Ausbau der Cloud- und KI-Infrastruktur.

Um die Nachfrage bedienen zu können, baut Siemens die Produktion fĂŒr Nieder- und Mittelspannung in den USA an mehreren Standorten in North Carolina und South Carolina aus. "Zugleich bauen wir unser Partner-Ökosystem fĂŒr Rechenzentren weiter aus", so Busch. "Das Ziel: mehr FlexibilitĂ€t fĂŒr Rechenleistung, fĂŒr Energieversorgung und die nötige Infrastruktur."

Dagegen stagnierten die UmsĂ€tze bei rund 19,8 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis - sprich wĂ€hrungs- und portfoliobereinigt - stiegen die Erlöse um sechs Prozent. Das Ergebnis des industriellen GeschĂ€fts sank sogar um acht Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Dabei konnte die Sparte Digital Industries, die das Automatisierungs- und das SoftwaregeschĂ€ft enthĂ€lt, deutlich zulegen. Dabei habe das SoftwaregeschĂ€ft einen starken Beitrag zur ProfitabilitĂ€t geleistet, erklĂ€rte die neue Finanzchefin Veronika Bienert, die kĂŒrzlich das Amt von ihrem langjĂ€hrigen VorgĂ€nger Patrick Thomas ĂŒbernommen hatte.

Digital Industries profitiert insgesamt zunehmend von der nahezu abgeschlossenen SaaS-Transformation - ein Cloud-basiertes Modell, bei dem Softwareanwendungen ĂŒber das Internet abonniert statt lokal installiert werden. Dazu kommen Synergien im Zusammenhang mit der Übernahme des US-Anbieters Altair. Auch das vor einiger Zeit schwĂ€chelnde AutomatisierungsgeschĂ€ft zeigt sich wieder stĂ€rker.

Smart Infrastructure konnte sich in den meisten GeschĂ€ften verbessern, hatte jedoch 2025 beim Ergebnis von einem Verkauf eines Teilbereichs profitiert. Der Gewinn bei Mobility sank wegen Belastungen durch US-Zölle. Die Medizintechniktochter Siemens Healthineers DE000SHL1006 hatte bereits in der vergangenen Woche einen GewinnrĂŒckgang gemeldet.

Unter dem Strich sank der Gewinn um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch die Verkaufserlöse bei Smart Infrastructure das Ergebnis gestÀrkt hatten. Analysten hatten sich bei Umsatz und operativem Ergebnis etwas mehr erhofft, wobei das vergleichbare Wachstum im Rahmen der Erwartungen lag.

Die Jahresprognose bekrĂ€ftigte Siemens, wobei der Konzern weiter das obere Ende des erwarteten vergleichbaren Umsatzwachstums von sechs bis acht Prozent anpeilt. FĂŒr Digital Industries wurde der Konzern etwas optimistischer und hob die unteren Enden der Spannen fĂŒr Umsatzwachstum und Ergebnismarge an. Auch Smart Infrastructure dĂŒrfte ein etwas stĂ€rkeres vergleichbares Wachstum erreichen als gedacht. Bei Mobility senkte Siemens hingegen die Umsatzerwartung.

Der Iran-Krieg hat bislang nur begrenzte Auswirkungen. Busch sieht derzeit keinen wesentlichen Einfluss auf das Kaufverhalten der Kunden. Bezogen auf das GeschÀft macht die Region einen Umsatzanteil von drei bis vier Prozent aus.

Zudem kĂŒndigte der Konzern dank der positiven MittelzuflĂŒsse ein AktienrĂŒckkaufprogramm von bis zu sechs Milliarden Euro ĂŒber die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre an.

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