Richter, Tschechiens

Richter: Tschechiens PrÀsident Pavel darf an Nato-Gipfel teilnehmen

24.06.2026 - 22:23:54 | dpa.de

Der tschechische PrÀsident und Ex-Nato-General Petr Pavel darf sein Land nun doch beim Nato-Gipfel Anfang Juli in Ankara vertreten.

Die Regierung mĂŒsse die Teilnahme des 64-JĂ€hrigen an dem Treffen des VerteidigungsbĂŒndnisses ermöglichen, entschied das Verfassungsgericht in BrĂŒnn (Brno) in einer einstweiligen Anordnung.

Der als liberal geltende PrĂ€sident hatte die höchsten Richter angerufen, weil die Regierung unter dem rechtspopulistischen MinisterprĂ€sidenten und MilliardĂ€r Andrej Babis seine Entsendung abgelehnt hatte. Stattdessen sollten nur Babis selbst sowie die Außen- und Verteidigungsminister, Petr Macinka und Jaromir Zuna, zu dem Spitzentreffen am 7. und 8. Juli reisen.

Die Richter hĂ€tten bei ihrer Entscheidung berĂŒcksichtigt, dass auch Pavels VorgĂ€nger regelmĂ€ĂŸig Teil der Delegation bei Nato-Gipfeln gewesen seien, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Das endgĂŒltige Urteil zu dem Kompetenzstreit zwischen Staatsoberhaupt und Regierung werde innerhalb von mehreren Monaten erwartet. Tschechien ist seit 1999 Nato-Mitglied.

Außenminister spricht von "Putschversuch"

Babis kĂŒndigte an, die "ungewöhnlich schnelle Entscheidung" des Verfassungsgerichts respektieren zu wollen. Außenminister Petr Macinka sprach hingegen von einem "verfassungsrechtlichen Putschversuch". Der Politiker der rechten Autofahrerpartei Motoristen warf dem PrĂ€sidenten vor, er habe die Gesellschaft "unendlich aufgehetzt". Macinka liegt mit Pavel im Clinch, seit dieser die Ernennung des Ex-Rennfahrers und Motoristen-Ehrenvorsitzenden Filip Turek zum Umweltminister abgelehnt hatte.

Pavel fordert seit langem höhere RĂŒstungsausgaben, diesbezĂŒglich gibt sich der rechtspopulistische Regierungschef Babis skeptisch. Erst vor kurzem rĂ€umte er ein, dass Tschechien das Nato-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts fĂŒr Verteidigungsausgaben auch in diesem Jahr nicht erfĂŒllen werde. "Erst mĂŒssen wir die öffentlichen Finanzen in Ordnung bringen", betonte der GeschĂ€ftsmann und MilliardĂ€r.

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