EU stellt nach ZugestÀndnissen Verfahren gegen Microsoft ein
12.09.2025 - 11:19:56Wie die zustÀndige EuropÀische Kommission mitteilte, verpflichtet sich das amerikanische Unternehmen, bestimmte Office-Pakete mit Anwendungen wie Word, Excel, PowerPoint und Outlook mindestens sieben Jahre lang auch ohne die Kommunikationsplattform Teams und zu einem reduzierten Preis anzubieten. Zudem soll Kunden mit langfristigen Lizenzen ein Wechsel zu Paketen ohne Teams ermöglicht werden und ein Austausch von Daten mit Konkurrenzprodukten möglich sein.
Die WettbewerbshĂŒter der Kommission waren zuvor bei einer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass Microsoft seine Marktmacht regelwidrig zur UnterstĂŒtzung seiner Kommunikationsplattform Teams nutzt. Letztere ermöglicht unter anderem das einfache Teilen von Daten, eine gemeinsame Dokumentenbearbeitung und Video- und Audioanrufe. Die Kommission hatte insbesondere kritisiert, dass Kunden Office-Pakete nicht ohne Teams kaufen konnten. Die Preisdifferenz zwischen Paketen mit und ohne Teams soll kĂŒnftig bei mindestens 50 Prozent liegen.
Beschwerde vom Rivalen
Auslöser fĂŒr das EU-Verfahren gegen Microsoft war eine Beschwerde des Konkurrenten Slack im Sommer 2020. Der Dienst sah sich durch die Einbindung von Teams in die Plattformen Office 365 und Microsoft 365 stark benachteiligt. Wenn es keine einvernehmliche Lösung gegeben hĂ€tte, hatte die EuropĂ€ische Kommission GeldbuĂen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes oder Zwangsgelder von fĂŒnf Prozent des Tagesumsatzes pro Tag verhĂ€ngen können.
Politisch brisant war das Verfahren zuletzt auch wegen der Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump geworden. Dieser hatte in der vergangenen Woche nach einer EU-Wettbewerbsstrafe gegen Google US02079K1079 mit staatlicher Vergeltung gedroht. Er werde sich gezwungen sehen, ein Verfahren fĂŒr neue Zölle einzuleiten, wenn US-Konzerne weiter zur Kasse gebeten wĂŒrden, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social.

