Autobauer Volvo verdient weniger als erwartet - Aktie fÀllt krÀftig
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 12:04 Uhr, dpa.deDer Umsatz fiel um 17 Prozent auf 77,7 Milliarden schwedische Kronen (rund 7 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Freitag in Göteborg mitteilte. Damit fiel der RĂŒckgang höher aus als von Analysten erwartet. Die Zahl der verkauften Autos sank um sechs Prozent auf 171.500 StĂŒck. Zudem verfehlte Volvo mit einem operativen Ergebnis (Ebit) von 826 Millionen Kronen die Erwartungen der Experten. Die Aktie rutschte deutlich ab.
Das Papier fiel in Stockholm um bis zu fast 11 Prozent, zuletzt notierte es gut 7 Prozent im Minus. Im laufenden Jahr sackte der Kurs bereits um 36 Prozent ab. Analyst Philippe Houchois von der US-Investmentbank Jefferies sprach zwar von weitgehend wie erwartet ausgefallenen Resultaten. Die gesenkte Prognose fĂŒr einen ausgeglichenen Zahlungsmittelfluss bringe aber erhöhte Umsetzungsrisiken fĂŒr ein einzelnes Quartal mit sich. Die allgemeine Erwartung habe sich zuletzt auf einen Abfluss an Mitteln eingependelt, schrieb er.
Im Vorjahresquartal hatte Volvo operativ noch tief in der Verlustzone gesteckt. Dank Einsparungen vor allem bei den Kosten fĂŒr Forschung und Entwicklung blieb im vergangenen Quartal trotz des Umsatzeinbruchs ein kleiner operativer Gewinn ĂŒbrig. Volvo-Car-Chef Hakan Samuelsson rechnet aber im zweiten Halbjahr wegen des Wachstums in Europa und der Erholung in den USA mit besseren Verkaufszahlen. Zudem sollte sich der Zahlungsmittelzufluss zum Jahresende hin deutlich verbessern.
Volvo Cars gehört zum chinesischen Autokonzern Geely KYG3777B1032. Dieser hĂ€lt fast 80 Prozent der Aktien. Der Kurs der Volvo-Car-Anteilsscheine sackte im bisherigen Jahresverlauf um ĂŒber ein Drittel ab. Das Unternehmen ist nach dem Kursrutsch gerade mal noch umgerechnet knapp 5,3 Milliarden Euro wert.
Der Autobauer kĂ€mpft seit lĂ€ngerem mit schweren Problemen. Im Hochlauf der ElektromobilitĂ€t mussten die Schweden wĂ€hrend der LieferengpĂ€sse in und nach der Corona-Pandemie hohe Preise fĂŒr Batteriematerialien zahlen, danach fand der Konzern nicht mehr recht in die Spur zurĂŒck. Der glĂŒcklose Ex-Chef Jim Rowan musste Branchenveteran Samuelsson Platz machen, der zuvor schon einmal an der Volvo-Spitze gestanden hatte. Der Manager leitete ein groĂes Sparprogramm ein, das erst einmal viel Geld kostete.
Aktuell steckt die Branche und mit ihr Volvo aber erneut in einem Abschwung. "Die Marktlage ist ziemlich dĂŒster", sagte Samuelsson der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die von Anlegern mit dem starken Kursanstieg von Ende 2025 vorweggenommene Erholung des Unternehmens lĂ€sst mehr und mehr auf sich warten. Vor allem das einst gedeihende GeschĂ€ft in China will nicht wieder auf die FĂŒĂe kommen und belastet mit dem dortigen Preiskampf die Margen.
Volvo sprach von einem sehr herausfordernden Umfeld und kassierte das Ziel, dieses Jahr bei den VerkĂ€ufen zu wachsen. Auch aus dem zuvor angepeilten Zufluss an freien Finanzmitteln dĂŒrfte nichts mehr werden, ein starkes zweites Halbjahr dĂŒrfte gerade so fĂŒr eine ausgeglichene Bilanz sorgen.
