US-Angriff, Admiral

US-Angriff auf Überlebende: Admiral entlastet Minister

04.12.2025 - 21:00:35 | dpa.de

Der wegen eines zweiten Angriffs auf ein angebliches Drogenboot unter Druck stehende US-Verteidigungsminister Pete Hegseth soll nach Angaben eines US-Admirals keinen Befehl zum Töten von Überlebenden gegeben haben.

Admiral Frank M. Bradley habe vor fĂŒr MilitĂ€rfragen zustĂ€ndigen Kongressmitgliedern angegeben, keinen Befehl erhalten zu haben, "alle zu töten", sagten der republikanische Senator Tom Cotton und der demokratische Abgeordnete des ReprĂ€sentantenhauses, Jim Himes, Reportern im Anschluss.

Das US-MilitĂ€r hatte am 2. September ein Boot in der Karibik angegriffen, auf dem angeblich Drogen geschmuggelt wurden. Wenig spĂ€ter soll dann Berichten zufolge eine zweite Attacke angeordnet worden sein, um zwei ĂŒberlebende MĂ€nner zu töten. Letztere könnte laut Experten gegen das Völkerrecht verstoßen haben - die MĂ€nner hatten sich der "Washington Post" zufolge an das Wrack geklammert und stellten keine unmittelbare Bedrohung dar.

Cotton sagte den Journalisten, auf einem Video des Angriffs zwei Überlebende gesehen zu haben. Er rechtfertigte den zweiten Angriff damit, dass die Überlebenden nach seiner Darlegung weiter mit Drogen geschmuggelt hĂ€tten. Beweise dafĂŒr, dass es sich bei den getöteten MĂ€nnern tatsĂ€chlich um Rauschgifttransporteure handelte, gibt es nach wie vor nicht. Himes bezeichnete das Videomaterial als "eines der beunruhigendsten Dinge, die ich in meiner Zeit im öffentlichen Dienst erlebt habe."

Soll Bradley nur als SĂŒndenbock herhalten?

Der unter anderem wegen dieser AffĂ€re in BedrĂ€ngnis geratene Verteidigungsminister Hegseth hatte jĂŒngst eine direkte Verantwortung fĂŒr den umstrittenen zweiten Angriff bestritten. Er habe den ersten Angriff auf das Boot in der Karibik Anfang September live verfolgt, sei dann aber zu einem anderen Termin gegangen, sagte er und ergĂ€nzte: "Ich habe persönlich keine Überlebenden gesehen". Er habe erst ein paar Stunden spĂ€ter erfahren, dass der zustĂ€ndige Kommandant, Admiral Bradley, die Entscheidung getroffen hatte, "zu der er voll und ganz befugt war". Politische Beobachter befĂŒrchten, dass Bradley in der AffĂ€re als SĂŒndenbock herhalten könnte.

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