Aktien Wien Schluss: ATX legt leicht zu
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 18:20 Uhr | dpa.deDie Spannungen in Nahost, steigende Ölpreise und der unklare Zinskurs der Notenbanken machen die Anleger nervös. Der Leitindex ATX AT0000999982 kletterte trotzdem um 0,5 Prozent auf 6.396,80 Punkte. Der ATX Prime stieg um 0,47 Prozent auf 3.151,55 Zähler. Das europäische Umfeld zeigte sich uneinheitlich.
"Wer derzeit an den Märkten nach Orientierung sucht, findet vor allem neue Fragezeichen", kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Für Verunsicherung sorgen Nachrichten zum Iran-Krieg. Nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran kündigte US-Außenminister Marco Rubio weitere Maßnahmen gegen den Iran an, weil dieser nach seinen Worten unvermindert die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormuz angreift. Allerdings gibt es erstmals seit Tagen auch wieder Zeichen für eine mögliche diplomatische Annäherung. So erhielt der Iran eigenen Angaben zufolge Vorschläge von Vermittlern für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen.
Die mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen im Jemen verhängten nach eigenen Angaben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Diese gelte ab sofort, teilte der Militärsprecher der Houthi im Fernsehen mit. Die Meldung sorgte zuletzt wieder für Auftrieb bei den Ölpreisen.
Mit Blick auf die Einzelwerte hob die Berenberg Bank ihr Kursziel für die Aktien der Frequentis von 89 auf 91 Euro an. Die Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien des Technologieunternehmens wurde von Analyst Wolfgang Specht bestätigt. Grund dafür sei ein hohes Wachstum bei Bestellungen und Umsatz in den vorläufigen Daten des ersten Halbjahres, so der Analyst. Dies gelang trotz anhaltender Probleme in der Lieferkette und dem Konflikt in der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika), die die Projektabwicklung beeinträchtigen würden. Die Bank geht davon aus, dass das Unternehmen weitere Fortschritte in neuen Produktklassen erzielen und eine Reihe von Modernisierungsprojekten in den USA durchführen werde. Die Frequentis-Aktie schloss mit einem deutlichen Plus von 6,08 Prozent bei 71,50 Euro.
Die Analysten von Deutsche Bank bestätigten ihre Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien der Erste Group AT0000652011. Das Kursziel wurden von der zuständigen Expertin Marlene Eibensteiner von 121 auf 125 Euro erhöht. Für die bevorstehenden Ergebnisse für das zweite Quartal erwarten die Deutsche-Bank-Experten eine solide operative Entwicklung, gestützt durch einen voraussichtlich gegenüber dem Vorquartal weiter steigenden Zinsüberschuss, der durch ein robustes Kreditwachstum sowie im Vergleich zum Vorquartal relativ stabile Provisionserträge und Kostenentwicklungen getragen wird. Die Bank-Aktie stieg um 0,81 Prozent auf 112,60 Euro.
Zudem legten weitere schwer gewichtete Bankwerte zu. Bawag AT0000BAWAG2 gewannen 1,45 Prozent, RBI 0,85 Prozent. Gesucht waren auch Energiewerte. Verbund verteuerten sich um 2,05 Prozent, EVN AT0000741053 um 1,26 Prozent. Von gestiegenen Ölpreisen profitierten die OMV AT0000743059-Aktien mit plus 1,7 Prozent.
Im prime market legten Zumtobel AT0000837307 um 4,87 Prozent zu. FACC stiegen um 2,05 Prozent.
Verluste gab es für die Bauwerte Wienerberger AT0000831706 mit minus 2,79 Prozent und Porr mit minus 1,03 Prozent. Lenzing gaben um 1,37 Prozent nach. Rosenbauer verloren im prime market 3,3 Prozent.
