ROUNDUP, Werbevermarkter

Werbevermarkter Ströer senkt Jahresprognose - Aktie verliert

19.09.2025 - 10:54:42

Der Zollstreit mit den USA durchkreuzt die GeschÀftsplÀne des Werbevermarkters Ströer DE0007493991.

Das Unternehmen kappte deshalb am Vorabend seine Prognose fĂŒr das laufende Jahr. Der Umsatz und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und Sondereffekten (bereinigtes Ebitda) dĂŒrfte auf dem Niveau von 2024 verharren, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Köln mit. An der Börse kam dies am Freitag nicht gut an.

Die Ströer-Aktie bĂŒĂŸte am Vormittag 1,3 Prozent auf 38,60 Euro ein und war damit einer der grĂ¶ĂŸten Verlierer im MDax DE0008467416, dem Index der mittelgroßen Werte. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier rund ein FĂŒnftel eingebĂŒĂŸt.

Bisher hatten sich die Ströer-Chefs Udo MĂŒller und Christian Schmalzl fĂŒr 2025 einen Umsatzanstieg in Ă€hnlicher Höhe wie im Vorjahr vorgenommen, als der Erlös um 6,4 Prozent gewachsen war. Der bereinigte operative Gewinn sollte sogar noch etwas stĂ€rker steigen. Allerdings hatten die Manager ihre Prognose von einer zeitnahen und endgĂŒltigen Einigung im Zollstreit mit den USA abhĂ€ngig gemacht.

Nun verwiesen sie darauf, dass die Unsicherheiten ebenso anhielten wie deren Effekte fĂŒr den Werbemarkt. Daher erwarten die Manager fĂŒr 2025 nun nur noch Werte auf dem Niveau von 2024: Da hatte Ströer einen Umsatz von gut 2 Milliarden Euro und einen bereinigten operativen Gewinn von 626 Millionen erzielt.

Trotz der vorerst eingetrĂŒbten Aussichten erwartet der Vorstand weiterhin kontinuierliche Marktanteilsgewinne im deutschen Werbemarkt und unverĂ€ndert mittel- und langfristiges, nachhaltiges und profitables Wachstum in seinem KerngeschĂ€ft. Dazu soll vor allem eine weitere Digitalisierung der Außenwerbung beitragen.

Auch Branchenexperte Marcus Diebel von der US-Bank JPMorgan glaubt daran, dass Ströers GeschĂ€ft langfristig weiter wĂ€chst. Zwar erwartet er, dass die durchschnittlichen Analystenerwartungen an das bereinigte operative Ergebnis im laufenden Jahr um fĂŒnf Prozent sinken. Dies könne kurzfristig auch den Aktienkurs belasten. Er sieht das Papier aber weiter auf dem Weg zu 56 Euro und zeigte sich mit seiner Empfehlung "Overweight" weiter positiv gestimmt.

@ dpa.de