ROUNDUP, Eli

Eli Lilly und Boehringer streichen Investitionen

03.06.2026 - 19:21:04 | dpa.de

Deutliches Signal Richtung Berlin: Die Pharmakonzerne Eli Lilly US5324571083 und Boehringer Ingelheim streichen geplante Investitionen in Deutschland.

Das eine Unternehmen begrĂŒndet das explizit mit den SparplĂ€nen der Bundesregierung im Gesundheitswesen, das andere verweist unter anderem darauf. Bei dem US-Konzern geht es um eine eigentlich fĂŒr einen neuen Standort im rheinland-pfĂ€lzischen Alzey bestimmte Milliardensumme, bei dem deutschen Unternehmen um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

Der Chef von Eli Lilly, Dave Ricks, nannte die geplante Gesundheitsreform im "Handelsblatt" ein "schreckliches Signal". "Deutschland wird bei der UnterstĂŒtzung unserer Industrie auf den letzten Platz der europĂ€ischen MĂ€rkte fallen."

Rohbau von Eli Lilly fast fertig

Eli Lilly wollte bislang 2,5 Milliarden US-Dollar in die neue ProduktionsstĂ€tte in Alzey stecken. Vor dem Hintergrund des gesundheitspolitischen Kurses in Deutschland sei nun geplant, den noch ausstehenden Umfang des Projekts um 50 Prozent gegenĂŒber der ursprĂŒnglichen Planung zu reduzieren, hieß es.

In Alzey ist der Rohbau der ProduktionsstÀtte den Angaben zufolge fast abgeschlossen. Der Innenausbau sei fortgeschritten, 300 Mitarbeitenden seien dort bereits eingestellt. Bislang sahen die PlÀne vor, dort bis zu 1.000 FachkrÀfte einzustellen.

Nun teilte Eli Lilly mit, es solle zunĂ€chst nur der "Mindestumfang des Hightech-Produktionsstandortes in Alzey" fertiggestellt werden. Die Inbetriebnahme mit reduzierter KapazitĂ€t sei weiter fĂŒr 2027 geplant.

Boehringer-Deutschlandchef: Mit USA und Asien Schritt halten

Der in Rheinland-Pfalz sitzende Pharmakonzern Boehringer Ingelheim stoppt nach eigenen Angaben in Deutschland geplante Ausgaben fĂŒr die Jahre 2027 bis 2030 mit einem Gesamtvolumen von 900 Millionen Euro. Auch darĂŒber hatte zuvor das "Handelsblatt" berichtet.

Als GrĂŒnde fĂŒr den Schritt nennt Boehringer Ingelheim die schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland, auch die SparplĂ€ne der Bundesregierung bei den Gesundheitsausgaben. Die sehen unter anderem höhere Rabatte vor, die Arzneikonzerne Krankenkassen kĂŒnftig gewĂ€hren mĂŒssen.

Verwiesen wird von Boehringer zudem auf die grĂ¶ĂŸere Dynamik in anderen MĂ€rkten. Die Rede ist auch ein gewachsener Druck aus den USA. Boehringer Ingelheim hatte wie andere Pharmaunternehmen eine Art Abkommen mit der US-Regierung geschlossen, um von Pharmazöllen befreit zu werden. Eine Bedingung dafĂŒr ist, in Produktion und Forschung in Amerika zu investieren.

"Die nĂ€chste Innovation geht nach Lage der Dinge aktuell nicht nach Deutschland", sagte Boehringer-Deutschlandchef MĂ©dard Schoenmaeckers dem "Handelsblatt". "Wir mĂŒssen Schritt halten mit der Entwicklung in den USA und Asien." Die in Deutschland gestoppten Investitionen waren vor allem fĂŒr den Ausbau der Infrastruktur an hiesigen Standorten vorgesehen, unter anderem fĂŒr neue LaborgebĂ€ude.

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