Deutsche-Bank-Chef warnt vor populistischen Parteien
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 10:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Populistische Parteien geben vor, einfache Antworten zu haben", sagte Sewing zum Auftakt des "Handelsblatt-Bankengipfels" in Frankfurt. "TatsÀchlich propagieren sie Konzepte, die den Grundlagen unseres Erfolgs entgegenstehen: Offenheit, Vielfalt, ein starkes Europa, verlÀssliche Institutionen und internationale Zusammenarbeit."
Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. In Umfragen zur Wahl an diesem Sonntag (6.9.) liegt die AfD mit groĂem Abstand vor allen anderen Parteien, auch eine absolute Mehrheit ist demnach nicht ausgeschlossen.
Er hoffe "persönlich darauf, dass das nicht passiert", sagte Sewing. Aus GesprĂ€chen mit Investoren wisse er, dass viele groĂe Sorge haben vor einem solchen Wahlausgang. "Ich sage nicht, dass am Montag alle Investitionsentscheidungen zurĂŒckgedreht werden. Aber es wird den Blick auf Deutschland sehr, sehr Ă€ndern."
"Abschottung und Nationalismus lösen keine Probleme"
Sewing betonte, er halte den Weg einer Partei, die Abschottung und Nationalismus möchte, "fĂŒr absolut falsch fĂŒr Deutschland". Ein Ausstieg aus dem Euro wĂ€re "Gift fĂŒr den deutschen Wohlstand".
Der Manager warnte: "Abschottung, Nationalismus und das SchĂŒren von Misstrauen lösen kein einziges unserer Probleme. Vielmehr schwĂ€cht all das den Standort, schreckt Investitionen und FachkrĂ€fte ab und gefĂ€hrdet das Wichtigste, was wir jetzt brauchen, nĂ€mlich Wachstum."
Gerade jetzt sei Wachstum entscheidend: "Es sichert Wohlstand, ermöglicht Aufstieg und stĂ€rkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt." Ohne Wachstum wĂŒrden Verteilungskonflikte hĂ€rter, staatliche SpielrĂ€ume enger und das Vertrauen in die HandlungsfĂ€higkeit der Demokratie schwĂ€cher.
"Die Wahlen treffen auf eine polarisierte Gesellschaft und eine politische Mitte unter Druck", sagte Sewing. "Das Ergebnis kann die politischen VerhÀltnisse in LÀndern, Parteien und Bundesregierung weiter verkomplizieren."
