Deutsche Telekom Aktie: T-Mobile US belastet weiter
25.06.2026 - 21:25:02 | boerse-global.de
Fitch stuft die Deutsche Telekom hoch — und der Kurs reagiert kaum. Das sagt viel über die Stimmung rund um den Bonner Konzern.
Am 22. Juni hob Fitch das Langfrist-Rating von BBB+ auf A- an. Als Begründung nannte die Agentur die starke Marktposition in Deutschland und die verlässlichen Cashflows aus dem US-Geschäft. Der Ausblick ist stabil. Normalerweise ein klares Signal für sinkende Finanzierungskosten und steigende Kurse.
Allerdings notiert die Aktie mit 26,25 Euro nur knapp über ihrem Jahrestief von 25,71 Euro. Seit dem Hoch im Februar hat sie fast ein Viertel verloren.
T-Mobile US: Das eigentliche Problem
Der Belastungsfaktor hat einen Namen: T-Mobile US. Das Wall Street Journal berichtete über mögliche Pläne, die US-Tochter vollständig zu integrieren — über eine neue Holdinggesellschaft, die Anteile an beiden Unternehmen hält. CEO Tim Höttges soll eine transatlantische Konzernstruktur erwägen.
Deutsche Telekom hat das nicht bestätigt. Aber der Bericht reicht, um Anleger nervös zu machen.
Hinzu kommt ein strukturelles Hindernis: Bundesregierung und KfW halten zusammen rund 28 Prozent der Deutschen Telekom. Berlins Zustimmung wäre zwingend — und ist alles andere als sicher.
Zahlen sprechen eine andere Sprache
Operativ läuft es gut. Im ersten Quartal 2026 stieg der organische Umsatz um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu. Das Management hob daraufhin die Jahresprognose an: Für 2026 erwartet der Konzern ein bereinigtes EBITDA von rund 47,5 Milliarden Euro und einen freien Cashflow von über 19,8 Milliarden Euro.
Ferner strebt das Management einen kumulierten Cashflow-Überschuss von 15 Milliarden Euro bis 2027 an — bei einer Nettoverschuldung von maximal dem 2,75-fachen.
Das Aktienrückkaufprogramm läuft parallel weiter. Die aktuelle Tranche von bis zu 550 Millionen Euro endet am 30. Juni. Seit Programmstart im April kaufte der Konzern bereits 15,3 Millionen eigene Aktien zurück. Die Gesamtermächtigung für 2026 beläuft sich auf bis zu 2 Milliarden Euro.
Günstig bewertet, aber ohne Katalysator
Ein Analyst auf Seeking Alpha stufte die Aktie am 22. Juni auf „Buy" hoch — mit einem Kursziel von 28 Euro. Das KGV liegt unter dem 13-fachen, die Dividendenrendite bei 3,76 Prozent. Wer Stabilität sucht, findet hier ein konservatives Telekomwert-Profil. Wachstumsfantasie bietet die Aktie derzeit nicht.
Der RSI liegt bei 32,5 — technisch überverkauft. Das Fitch-Upgrade, der laufende Rückkauf und solide Quartalszahlen sprechen für eine Stabilisierung. Was dagegen spricht: Die Fusionsunsicherheit bleibt, solange Deutsche Telekom keine klare Aussage zu T-Mobile US macht. Am 6. August legt der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal vor — spätestens dann dürfte Höttges zu den Spekulationen Stellung nehmen müssen.
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