Deutschland-Stack, ODF

Deutschland-Stack setzt auf ODF und PDF/ UA als verbindliche Standards

24.03.2026 - 07:50:06 | boerse-global.de

Bis 2028 mĂŒssen deutsche Behörden Dokumente im OpenDocument Format (ODF) austauschen. Der Schritt stĂ€rkt die digitale SouverĂ€nitĂ€t und beendet die Ära proprietĂ€rer Formate.

Deutschland-Stack setzt auf ODF und PDF/UA als verbindliche Standards - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Deutschland-Stack setzt auf ODF und PDF/UA als verbindliche Standards - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die deutsche Verwaltung schwenkt verbindlich auf offene Dokumentenformate um. Bis 2028 sollen ODF und PDF/UA proprietĂ€re Formate ersetzen – ein Meilenstein fĂŒr digitale SouverĂ€nitĂ€t.

Diese wegweisende Entscheidung wurde im Rahmen des Deutschland-Stacks getroffen, dem zentralen Rahmenwerk fĂŒr die digitale Infrastruktur von Bund, LĂ€ndern und Kommunen. Der IT-Planungsrat hat die verbindliche EinfĂŒhrung der offenen Standards beschlossen. Ab 2027 ist der Austausch von Dokumenten im OpenDocument Format (ODF) fĂŒr alle Behörden verpflichtend.

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Ein klares Mandat fĂŒr digitale UnabhĂ€ngigkeit

Mit diesem Schritt geht Deutschland deutlich ĂŒber Empfehlungen anderer EU-Staaten hinaus. Es ist ein klares politisches Signal gegen die AbhĂ€ngigkeit von einzelnen Softwareanbietern. Die Ära proprietĂ€rer Formate wie .doc oder .xls in der Verwaltung geht damit zu Ende.

Hintergrund ist das Streben nach echter digitaler SouverÀnitÀt. Der Deutschland-Stack basiert auf Prinzipien wie "Made in EU first", offenen Schnittstellen und der Vermeidung von Lock-in-Effekten. Die Wahl von ODF und dem barrierefreien PDF/UA ist die logische Konsequenz dieser Strategie.

"Offene, herstellerneutrale Formate sind eine fundamentale Infrastruktur fĂŒr eine demokratische und souverĂ€ne Verwaltung", begrĂŒĂŸt die Document Foundation, die hinter LibreOffice steht, den Beschluss.

Warum offene Standards die Zukunft sind

Die Vorteile der neuen Regelung sind vielfĂ€ltig. ODF garantiert als ISO-Standard die langfristige ZugĂ€nglichkeit von Daten – unabhĂ€ngig davon, welche Software kĂŒnftig genutzt wird. PDF/UA stellt sicher, dass Dokumente fĂŒr alle BĂŒrger, auch Menschen mit Behinderungen, barrierefrei sind.

Kritik an angeblichen Kinderkrankheiten von ODF weisen BefĂŒrworter zurĂŒck. Der Standard ist seit 2006 etabliert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die Umstellung stĂ€rkt zudem die InteroperabilitĂ€t zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen und im Austausch mit BĂŒrgern und Unternehmen.

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EuropÀischer Kontext und nÀchste Schritte

Deutschlands Vorstoß fĂŒgt sich in eine breitere europĂ€ische Bewegung ein. Initiativen wie der EuropĂ€ische InteroperabilitĂ€tsrahmen zielen ebenfalls auf mehr digitale Resilienz ab. LĂ€nder wie Frankreich setzen bereits seit Jahren auf ODF.

Die Umstellung wird den Markt fĂŒr BĂŒrosoftware verĂ€ndern. Anbieter, die mit der öffentlichen Hand arbeiten wollen, mĂŒssen sich anpassen. Zudem hat die Föderale IT-Kooperation (FITKO) den Auftrag, ein Konzept fĂŒr eine moderne Kollaborationslösung zu erarbeiten. Der Dokumentenaustausch per E-Mail gilt als ĂŒberholt.

Die vollstĂ€ndige Implementierung des Deutschland-Stacks ist bis 2028 geplant. Die verbindlichen Standards setzen damit den Rahmen fĂŒr eine effizientere, sicherere und unabhĂ€ngigere digitale Verwaltung der Zukunft.

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