Stromdrehkreuz, Bornholm

'Stromdrehkreuz' auf Bornholm: Deutschland und DĂ€nemark kooperieren

26.01.2026 - 18:56:46

Deutschland und DĂ€nemark arbeiten bei einem wichtigen Energieprojekt in der Ostsee zusammen.

Wirtschafts- und Energieminister Katherina Reiche und ihr dÀnischer Amtskollege Lars Aagaard trafen auf dem Nordsee-Gipfel in Hamburg eine Vereinbarung zur "Bornholm Energy Island". Auf der dÀnischen Insel Bornholm soll ein Stromdrehkreuz entstehen, das Offshore-Windstrom aus der Ostsee nach Deutschland und DÀnemark weiterleitet.

Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, das Projekt könne ein Beispiel fĂŒr andere LĂ€nder sein. Man brauche mehr KapazitĂ€ten fĂŒr bezahlbare Preise. Reiche nannte das Projekt ein Flaggschiff europĂ€ischer Kooperation und ein strategisches Projekt fĂŒr die gemeinsame Sicherheit.

Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, haben sich Deutschland und DĂ€nemark darauf geeinigt, Kosten fĂŒr die erforderliche UnterstĂŒtzung fĂŒr die Offshore-Windenergie zu teilen. Das Projekt sei das erste Beispiel fĂŒr die gemeinsame Finanzierung einer Offshore-Windfarm durch zwei LĂ€nder. Bei dem Gipfel in Hamburg war eine stĂ€rkere grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit beim Ausbau der Windkraft und beim Stromhandel ein Schwerpunkt.

Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Übertragungsnetzbetreiber Energinet und 50Hertz mit dem Ziel, 3 Gigawatt Offshore-Windenergie in das europĂ€ische Stromnetz einzuspeisen. Damit können laut Ministerium etwa 3 Millionen Haushalte mit ElektrizitĂ€t versorgt werden.

"Entscheidender Baustein"

50-Hertz-Chef Stefan Kapferer, sagte, die Vereinbarung ĂŒber die Windparks fĂŒr das Energieprojekt Bornholm Energy Island sei der entscheidende Baustein zur Realisierung dieses deutsch-dĂ€nischen Infrastrukturvorhabens. "Die Vereinbarung zwischen Deutschland und DĂ€nemark hat ĂŒber das Ostsee-Projekt Bornholm Energy Island hinaus eine Signalwirkung fĂŒr die Offshore-Industrie in ganz Europa."

Stromdrehkreuz

Das Stromdrehkreuz auf Bornholm dient laut 50 Hertz dazu, Strom aus den zukĂŒnftigen Offshore-Windparks vor der KĂŒste der Ostseeinsel aufzunehmen, auf ein gewisses Spannungsniveau anzuheben und dann bedarfsgerecht ĂŒber See- und Landkabel den Verbrauchern in Deutschland und DĂ€nemark zur VerfĂŒgung zu stellen.

Im vergangenen September hatte Siemens Energy DE000ENER6Y0 einen Großauftrag von mehr als einer Milliarde Euro gewonnen. Das Unternehmen soll vier Konverter fĂŒr die Bornholm Energy Island liefern.

@ dpa.de