Geplante Todesstrafe: AuĂenminister appellieren an Israel
29.03.2026 - 22:43:25 | dpa.deBundesauĂenminister Johann Wadephul (CDU) und die Ressortchefs aus Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich Ă€uĂerten in einer gemeinsamen ErklĂ€rung ihre "tiefe Besorgnis" ĂŒber einen entsprechenden Gesetzentwurf. Ăber diesen will das israelische Parlament voraussichtlich am Montag abschlieĂend entscheiden.
"Die Todesstrafe ist eine unmenschliche und erniedrigende Form der Bestrafung ohne jegliche abschreckende Wirkung", teilten die Minister mit. "Deshalb lehnen wir die Todesstrafe weltweit unter allen UmstĂ€nden ab." Berlin, Paris, Rom und London forderten die Verantwortlichen nachdrĂŒcklich auf, die PlĂ€ne aufzugeben.
Todesstrafe seit Eichmann-Hinrichtung nicht vollstreckt
Israel hatte die Todesstrafe fĂŒr Mord im Jahr 1954 abgeschafft. Es gibt sie nur noch fĂŒr bestimmte FĂ€lle wie etwa Völkermord oder Verrat in Kriegszeiten. Seit der Hinrichtung des NS-Verbrechers Adolf Eichmann im Jahre 1962 wurde keine von einem ordentlichen Gericht ausgesprochene Todesstrafe mehr vollstreckt.
Bei Billigung der aktuellen Gesetzesinitiative mĂŒssen PalĂ€stinenser, die vor MilitĂ€rgerichten in den besetzten Gebieten wegen eines terroristisch motivierten Mordes verurteilt werden, mit einer obligatorischen Todesstrafe rechnen. Das Urteil kann angefochten werden.
Die AuĂenminister der vier europĂ€ischen LĂ€nder sprachen von einem "de facto diskriminierenden" Charakter des Vorhabens. Eine Verabschiedung berge das Risiko, Israels Bekenntnis zu demokratischen GrundsĂ€tzen zu untergraben.
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