Deutz, Aktie

Deutz Aktie: Verzehnfachung geplant!

20.04.2026 - 06:10:52 | boerse-global.de

Der Motorenhersteller Deutz will seinen Umsatz im Rüstungsbereich bis 2030 auf rund 300 Millionen Euro steigern. Dafür setzt das Unternehmen auf Akquisitionen und neue Produkte für schwere Militärfahrzeuge.

Deutz Aktie: Verzehnfachung geplant! - Foto: über boerse-global.de

Vom Nischengeschäft zur strategischen Säule: Deutz will seinen Verteidigungsumsatz bis 2030 auf rund 300 Millionen Euro steigern. Zuletzt lag er im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Das ist eine Verzehnfachung — und das Management meint es ernst.

Drohnen, Roboter, Kampfpanzer

Defense-Chef Marco Herre räumt offen ein, dass das Geschäft vor 2022 „sehr opportunistisch betrieben" wurde. Seither hat Deutz gezielt eingekauft. Das Unternehmen übernahm die Sobek Group, einen Hersteller von Drohnenantrieben, und erwarb Anteile an Tytan Technologies sowie Arx Robotics.

Die Kooperationen gehen über Kapitalbeteiligungen hinaus. Die Bodendrohne „Gereon" von Arx Robotics soll künftig von Deutz-Mitarbeitern im Werk Ulm montiert werden. Tytan bezieht Antriebssysteme für seine Abfangdrohnen aus Köln.

Parallel arbeitet Deutz an schwereren Plattformen. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris will das Unternehmen diesen Sommer ein 800-Kilowatt-Powerpack für schwere Militärfahrzeuge vorstellen. Das V8-basierte System zielt auf 8x8-Radfahrzeuge und Kampfpanzer ab — eine neue Gewichtsklasse für Deutz, das bisher bei 600 Kilowatt endete.

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Rückenwind durch NATO-Ausgaben

Deutz beliefert bereits rund 60 Streitkräfte weltweit, darunter 14 aus NATO-Staaten. Motoren des Kölner Herstellers treiben Patriot-Luftabwehrsysteme in der Ukraine und im Nahen Osten an.

Das makroökonomische Umfeld spielt Deutz in die Karten. NATO-Verbündete haben sich auf ein Ziel von mindestens 3,5 Prozent des BIP für Kernmilitärbudgets geeinigt. Das könnte die europäischen Verteidigungsausgaben bis Ende des Jahrzehnts auf rund 800 Milliarden Euro treiben.

Defense soll langfristig zehn Prozent des angestrebten Konzernumsatzes von vier Milliarden Euro ausmachen. Für 2026 erwartet Deutz einen Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBIT-Marge von 6,5 bis 8,0 Prozent.

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Erste Zahlen schon im Mai

Die Aktie hat den Rückenwind gespürt: Seit Jahresanfang legte sie rund 23 Prozent zu, allein in den vergangenen 30 Tagen über 20 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 6,62 Euro hat sie sich damit deutlich erholt.

Am 7. Mai veröffentlicht Deutz die Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Es ist der erste Einblick, ob Defense und Energy bereits messbar zu den Margen beitragen. Sechs Tage später, auf der Hauptversammlung am 13. Mai, stimmen Aktionäre über eine Dividende von 0,18 Euro je Aktie ab — nach 0,17 Euro im Vorjahr. Zwei Termine, die zeigen, ob die Transformation schon in den Zahlen ankommt.

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