DevEx, IT-Konzept

DevEx: Vom IT-Konzept zur Blaupause für alle Abteilungen

27.01.2026 - 20:22:12

Das Prinzip der Developer Experience verlässt die IT und wird zum strategischen Ansatz für reibungslose Abläufe in allen Unternehmensbereichen, angetrieben durch No-Code-Tools und KI.

Die Prinzipien, die Software-Teams antreiben, werden jetzt zum Vorbild für die gesamte Belegschaft. Das Konzept Developer Experience (DevEx) verlässt die IT-Abteilung und soll in jedem Unternehmensbereich für reibungslosere Abläufe und mehr Produktivität sorgen.

Der Grundgedanke ist einfach: Die Probleme von Entwicklern – wie zersplitterte Tools, Informationssilos und hohe mentale Belastung – sind universell. Indem Unternehmen eine DevEx-Philosophie übernehmen, wollen sie die Arbeitsumgebung für alle strategisch verbessern, von Marketing und Finanzen bis zur Personalabteilung. Das Ziel sind bessere Ergebnisse und mehr Agilität im ganzen Unternehmen.

Was ist DevEx? Ein System gegen Reibungsverluste

Im Kern geht es bei der Developer Experience darum, Hindernisse und kognitive Last zu minimieren, die hochwertige, konzentrierte Arbeit behindern. Statt einfach mehr Produktivitäts-Tools anzuschaffen, analysiert und verbessert der DevEx-Ansatz das System der Arbeit selbst.

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Aktuelle Analysen stützen dieses Modell auf vier zentrale „Ströme“:
* Purpose Flow: Teams verstehen den Sinn und die Wirkung ihrer Arbeit.
* Work Flow: Aufgaben bewegen sich mit minimaler Reibung von der Idee zur Fertigstellung.
* Knowledge Flow: Notwendige Informationen sind jederzeit verfügbar.
* Intelligence Flow: KI übernimmt automatisch repetitive, wenig wertschöpfende Aufgaben.

Durch die Optimierung dieser vier Bereiche entsteht ein umfassender Rahmen für unternehmensweite Produktivität.

Vom Code zur Kampagne: DevEx erobert den Rest des Unternehmens

Die Anwendung von DevEx-Prinzipien in nicht-technischen Abteilungen ist bereits im Gange. Möglich macht das der Aufstieg von No-Code- und Low-Code-Plattformen. Sie ermöglichen es Mitarbeitern in Marketing, HR oder Vertrieb, eigene Lösungen zu bauen – ohne tiefgehende IT-Kenntnisse.

Diese Entwicklung beschleunigt sich: Berichten von Ende letzter Woche zufolge sollen No-Code/Low-Code-Technologien 2026 für 75 Prozent aller neuen Unternehmensanwendungen verantwortlich sein. Geschäftsabteilungen können so ihre Automatisierungsbedürfnisse direkt selbst adressieren, was IT-Rückstände verringert und Projekte beschleunigt.

Dieser Trend ist Teil einer größeren Entwicklung hin zu einer integrierten Digital Employee Experience (DEX), die zunehmend als Mensch-KI-Partnerschaft verstanden wird. Moderne Arbeitsplätze integrieren KI-Assistenten in Alltagsabläufe, um die Kapazität der Mitarbeiter zu erhöhen, ohne ihre mentale Belastung zu steigern.

Die zweischneidige KI: Automatisierung als Produktivitätsfalle?

Automatisierung und KI sind zentral für DevEx – doch sie sind kein Allheilmittel. Die rasante Verbreitung von KI-Coding-Tools hat ein Produktivitäts-Paradoxon geschaffen: Einzelne Aufgaben werden schneller erledigt, aber Teams liefern oft langsamer Ergebnisse.

Ein Bericht vom 26. Januar 2026 enthüllt, dass KI-generierter Code deutlich mehr Fehler enthalten kann. Zudem wartet er in Review-Schleifen fast fünfmal so lange wie manuell geschriebener Code. Es entstehen neue Engpässe, die die Herausforderung von der Produktion auf die Überprüfung verlagern.

Die mentale Anstrengung, große Mengen KI-generierter Arbeit zu prüfen, kann immens sein und zu Burnout sowie ineffizienten Review-Zyklen führen. Dies unterstreicht den Kern von DevEx: Damit Technologie wirklich effektiv ist, muss ihre Einführung in ein durchdachtes System eingebettet sein, das den gesamten Workflow und das menschliche Erleben in den Mittelpunkt stellt.

Vom HR-Thema zur Chefetagen-Strategie

Die wachsende Bedeutung von DevEx im gesamten Unternehmen zeigt einen strategischen Reifeprozess. Was einst als „weicher“ Faktor in der Personalabteilung galt, ist heute ein Thema für die Geschäftsführung. Branchenanalysen vom 25. Januar 2026 zeigen, dass die Employee Experience (EX) fest in den Vorstandsetagen angekommen ist. Führungskräfte verbinden sie direkt mit messbaren Ergebnissen wie Mitarbeiterbindung, operativer Widerstandsfähigkeit und Kundenzufriedenheit.

In diesem Kontext bietet DevEx eine konkrete Methodik, um eine erfolgreiche EX-Strategie umzusetzen. Statt einer losen Sammlung von Benefits und Tools beginnen Unternehmen, die Mitarbeitererfahrung als ein kernbetriebliches System zu behandeln, das gestaltet und optimiert werden kann. Dieser integrierte Ansatz ist entscheidend, um in einer Welt zu bestehen, in der KI die tägliche Arbeit grundlegend verändert.

Ausblick: Der Aufstieg des „erfahrungsorientierten“ Arbeitsplatzes

Der Trend, DevEx unternehmensweit anzuwenden, wird sich beschleunigen. Der Fokus verschiebt sich weiter von der bloßen Einführung neuer Technologien hin zur Gestaltung kohärenter, reibungsarmer Erfahrungen für alle Mitarbeiter.

Die Zukunft der Arbeit wird wahrscheinlich vereinheitlichte Systeme und spezialisierte KI-Unterstützung umfassen, die Workflows verbessern statt sie zu verkomplizieren. Der Erfolg wird nicht an der Anzahl der eingesetzten Tools gemessen, sondern an der Fähigkeit, eine Umgebung zu schaffen, in der Arbeit reibungslos von einer Phase in die nächste fließt. Indem Unternehmen die Abläufe der gesamten Organisation mit derselben Strenge und Nutzerzentrierung behandeln, die Software-Teams für ihren Code aufbringen, können sie einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil aufbauen.

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