DGUV treibt digitalen Wandel im Arbeitsschutz voran
11.02.2026 - 19:44:12Deutsche Unternehmen müssen ihre Compliance-Audits modernisieren. Eine neue Digitalstrategie der gesetzlichen Unfallversicherung ebnet den Weg für datengestützte Prävention.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stellt den Arbeitsschutz auf digitale Beine. Ihr aktuelles Strategiepapier fordert klare Rahmenbedingungen für technologiegestützte Überwachungsprozesse. Für Betriebe bedeutet das: Papierakten und reine Vor-Ort-Kontrollen werden zunehmend durch kontinuierliche, datenbasierte Systeme ersetzt. Dieser Wandel ist bereits gesetzlich verankert.
Reformierte Vorschrift schafft rechtliche Grundlage
Bereits seit Januar 2026 gilt die reformierte DGUV Vorschrift 2. Sie erkennt digitale Betreuungsformen offiziell an. Nach einer Erstbegehung dürfen Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifas) Teile ihrer Aufgaben nun telefonisch oder online erledigen. Die neue Digitalstrategie baut darauf auf und will diese Möglichkeiten flächendeckend etablieren.
Ein zentrales Ziel ist mehr Flexibilität für kleinere Betriebe. Die Schwelle für vereinfachte Betreuungsmodelle wurde von zehn auf bis zu 20 Beschäftigte angehoben. Mehr Unternehmen können so von flexibleren, oft praktikableren Lösungen profitieren.
Hybrid-Audits werden zum neuen Standard
Die Praxis der Compliance-Prüfungen steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Statt periodischer Begehungen setzt die DGUV auf ein hybrides Modell. Dies kombiniert notwendige Vor-Ort-Termine mit digitaler Begleitung. Die rechtliche Sicherheit für Firmen, die auf digitale Audit-Tools setzen, soll so erhöht werden.
Gleichzeitig erweitert sich der inhaltliche Fokus der Audits. Neben technischen Gefahren rücken organisatorische und psychische Belastungen in den Vordergrund. Eine Personaloffensive unterstützt diesen Shift: Künftig können auch Naturwissenschaftler oder Arbeitspsychologen zur Fachkraft für Arbeitssicherheit ausgebildet werden.
Homeoffice erzwingt digitale Lösungen
Die Dringlichkeit des digitalen Wandels belegen aktuelle Zahlen. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) arbeitet mittlerweile rund die Hälfte der Beschäftigten zeitweise im Homeoffice. Traditionelle Audits, die auf ein zentrales Betriebsgelände ausgelegt sind, stoßen hier an Grenzen.
Wie lassen sich Ergonomie, Arbeitsorganisation und psychische Belastungen an dezentralen Arbeitsplätzen sinnvoll beurteilen? Die Antwort der DGUV lautet: nur mit digitalen und flexiblen Prüfmethoden. Unternehmen sind gefordert, ihre Prozesse entsprechend anzupassen, um ihrer gesetzlichen Fürsorgepflicht auch im Homeoffice-Zeitalter gerecht zu werden.
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Paradigmenwechsel hin zur datengestützten Prävention
Die Kombination aus neuer Vorschrift und Digitalstrategie markiert einen Systemwechsel. Der Arbeitsschutz wird proaktiv und datengetrieben. Compliance-Audits entwickeln sich von punktuellen Kontrollen zu einem kontinuierlichen Prozess der Risikoanalyse.
Intelligente Software kann helfen, Gefahren früher zu erkennen und Schutzmaßnahmen gezielter zu steuern. Die Botschaft der Sozialversicherungsträger an die Wirtschaft ist klar: Die Zukunft des Arbeitsschutzes ist digital. Die Anpassung der betrieblichen Strukturen muss jetzt beginnen.
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