AbbVie Inc., US00287Y1091

Die AbbVie-Aktie zeigt Stabilität nach soliden Quartalszahlen

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 14:27 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die AbbVie-Aktie steht nach aktuellen Geschäftszahlen und stabilen Dividendenzahlungen im Fokus langfristiger Einkommensanleger. Der US-Pharmakonzern kombiniert wachstumsstarke Neupräparate mit einem breiten Bestandsportfolio und bleibt damit ein Schwergewicht im Gesundheitssektor.

Fotorealistisches Pharma-Forschungslabor mit Petrischalen und Wissenschaftlern in Schutzkleidung
AbbVie Inc. US00287Y1091 fotorealistisches Pharma Forschungslabor mit Petrischalen Wissenschaftlern Immunologie Onkologie Biopharma, Illustration mit AI erstellt.

Die AbbVie-Aktie bleibt für viele Einkommensorientierte Anleger interessant, weil der US-Pharmakonzern AbbVie Inc. (ISIN US00287Y1091) seit Jahren verlässlich hohe Umsätze und stabile Ausschüttungen liefert und seinen Gewinn kontinuierlich über neue Medikamente absichert. Laut Unternehmensangaben für das Geschäftsjahr 2023 erzielte AbbVie einen weltweiten Umsatz von rund 54 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch etwa 58 Milliarden US-Dollar ausgewiesen wurden, was einem Umsatzrückgang von grob 7 Prozent entspricht und die zunehmende Konkurrenz für das Langzeitpräparat Humira widerspiegelt. Im selben Zeitraum meldete der Konzern einen bereinigten Gewinn je Aktie (Adjusted EPS) im hohen einstelligen Dollarbereich und unterstrich mit einer Dividende von über 5 US-Dollar je Aktie im Jahr 2023 seinen Status als verlässlicher Dividendenzahler.

Quartalszahlen und Vergleich zum Vorjahr

Für Anleger besonders wichtig ist der Blick auf die jüngsten Quartalszahlen, die den Übergang von der Humira-Dominanz hin zu einem breiteren Portfolio belegen. Im ersten Quartal 2024 meldete AbbVie einen Umsatz von rund 12 bis 13 Milliarden US-Dollar, nach knapp 12 Milliarden US-Dollar im Vergleichsquartal 2023, womit der Konzern beim Gesamtumsatz im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen konnte. Innerhalb dieses Umsatzmixes legten die neuen Immunologie-Präparate Skyrizi und Rinvoq deutlich zu: Skyrizi steigerte den Quartalsumsatz nach Unternehmensangaben gegenüber dem Vorjahresquartal um deutlich über 30 Prozent und erreichte im Jahr 2023 insgesamt Einnahmen im Bereich von rund 7 Milliarden US-Dollar, während Rinvoq seinen Umsatz im selben Zeitraum um mehr als 50 Prozent auf rund 4 Milliarden US-Dollar erhöhte. Diese zweistelligen Wachstumsraten kompensieren einen Teil der Umsatzrückgänge bei Humira, dessen Jahresumsatz 2023 von zuvor über 20 Milliarden US-Dollar auf einen niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag zurückging und damit einen deutlichen Rückgang im mittleren zweistelligen Prozentbereich verzeichnete.

Auf der Ergebnisseite verwies AbbVie im Berichtsjahr 2023 und in den ersten Quartalen 2024 auf einen bereinigten EPS, der trotz des Humira-Rückgangs im Bereich von deutlich über 10 US-Dollar pro Aktie blieb, wenn alle Quartale des Jahres addiert werden. Im ersten Quartal 2024 lag der bereinigte Gewinn je Aktie im mittleren Dollarbereich pro Quartal und damit nur leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals, was zeigt, dass die wachsenden Neupräparate und das Onkologiegeschäft einen erheblichen Teil des Ergebniseffekts der Patentabläufe ausgleichen. Anleger sehen darin ein wichtiges Signal: Die Marge bleibt robust, obwohl ein ehemaliger Blockbuster in die generische Phase übergeht.

Dividende und Ausschüttungsprofil

AbbVie positioniert sich klar als Einkommenswert im Gesundheitssektor. Für das Jahr 2023 zahlte der Konzern eine Dividende von über 5 US-Dollar je Aktie, verteilt auf vier Quartalszahlungen, wobei jede Ausschüttung im Bereich von rund 1,40 US-Dollar je Aktie lag. Im Vergleich zum Jahr 2022, in dem die Divende pro Aktie noch im Bereich von knapp 5 US-Dollar lag, entspricht dies einem leichten Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich und unterstreicht die Fähigkeit des Konzerns, auch in einem anspruchsvollen Umfeld die Ausschüttung zu erhöhen. Die Dividendenrendite bezogen auf den Aktienkurs lag im Jahr 2023 und zu Beginn des Jahres 2024 häufig im Bereich von rund 3,5 bis 4,5 Prozent, je nach Kursniveau, und damit über dem Durchschnitt vieler breit diversifizierter US-Indizes.

Langfristig orientierte Anleger nutzen dieses Ausschüttungsprofil häufig als stabilen Einkommensbaustein, zumal AbbVie seit der Abspaltung von Abbott Laboratories Anfang der 2010er-Jahre in jedem Jahr Dividenden gezahlt und diese regelmäßig erhöht hat. So wurden zwischen 2013 und 2023 mehrere Dividendenanhebungen vorgenommen, wodurch die jährliche Ausschüttung je Aktie über diesen Zeitraum betrachtet um deutlich über 100 Prozent gestiegen ist. Dieser langfristige Vergleich verdeutlicht, dass die AbbVie-Aktie nicht nur kurzzeitig von hohen Cashflows profitiert, sondern über ein ganzes Jahrzehnt ein wachsendes Ausschüttungsprofil aufweist.

Marktumfeld und Bewertung der AbbVie-Aktie

Ein Blick auf den Marktwert zeigt, dass AbbVie zu den Schwergewichten im globalen Gesundheitssektor gehört. Die Marktkapitalisierung bewegt sich seit 2023 und 2024 meist im Bereich von rund 250 bis 300 Milliarden US-Dollar, abhängig vom jeweiligen Kursniveau. Damit zählt AbbVie zu den größten Werten im US-Index S&P 500 und rangiert global in einer Liga mit anderen bedeutenden Pharmakonzernen. Der Kurs der AbbVie-Aktie lag im Verlauf des Jahres 2023 und in der ersten Hälfte des Jahres 2024 mehrfach im Bereich von 140 bis 180 US-Dollar je Aktie, wobei zwischenzeitliche Rücksetzer durch Gewinnmitnahmen und Branchenschwankungen auftraten. Verglichen mit dem Niveau vor einigen Jahren, als die Aktie im Bereich von 90 bis 100 US-Dollar gehandelt wurde, entspricht dies einem Anstieg im hohen zweistelligen Prozentbereich über einen mehrjährigen Zeitraum.

Aus Bewertungssicht reflektiert dieses Kursniveau die Erwartung des Marktes, dass die Neupräparate und die übrigen Geschäftsfelder die durch Wettbewerb ausgelösten Rückgänge bei Humira überkompensieren werden. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis des bereinigten EPS lag in den Jahren 2023 und 2024 häufig im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich, etwa zwischen 13 und 20, je nach genutzter EPS-Schätzung und Kursstand. Für Anleger ist damit eine Mischung aus Wachstumsfantasie und defensiven Cashflows gegeben: Einerseits wird weiteres zweistelliges Wachstum bei Skyrizi, Rinvoq und anderen Neupräparaten erwartet, andererseits sichern Onkologieprodukte und etablierte Therapien kontinuierliche Einnahmen ab.

Strategische Schwerpunkte und Pipeline

Strategisch setzt AbbVie seine Schwerpunkte auf Immunologie, Onkologie und Ästhetik. Im Bereich Immunologie bilden Skyrizi und Rinvoq die zentralen Wachstumstreiber: Skyrizi ist unter anderem zur Behandlung von Plaque-Psoriasis und Morbus Crohn zugelassen, während Rinvoq als JAK-Inhibitor bei rheumatoider Arthritis und weiteren entzündlichen Erkrankungen eingesetzt wird. Beide Präparate verzeichnen laut Berichtskennzahlen der Jahre 2022 und 2023 zweistellige bis hohe zweistellige Wachstumsraten, was sich in den bereits genannten Umsätzen von rund 7 Milliarden US-Dollar für Skyrizi und 4 Milliarden US-Dollar für Rinvoq im Jahr 2023 niederschlägt. Ziel des Unternehmens ist es, mit diesen Neupräparaten zusammen mittelfristig einen ähnlichen Umsatzumfang zu erreichen, wie ihn Humira in seinen Spitzenjahren hatte.

In der Onkologie konzentriert sich AbbVie auf Blutkrebs und solide Tumoren. Präparate wie Imbruvica, die zur Behandlung bestimmter Leukämien zugelassen sind, trugen 2023 weiterhin mehrere Milliarden US-Dollar zum Konzernumsatz bei, auch wenn der Wettbewerbsdruck zunimmt. Die Pipeline umfasst neben neuen Immunologie-Projekten auch weitere Onkologie-Kandidaten, die sich in unterschiedlichen klinischen Phasen befinden. Diese Forschungsausgaben sind im jährlichen F&E-Budget sichtbar, das 2023 im hohen einstelligen Milliardenbereich lag und gegenüber 2022 leicht erhöht wurde, was einem Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich entspricht. AbbVie nutzt diese Investitionen, um die eigene Produktpipeline zu verbreitern und sich langfristig gegen Patentabläufe abzusichern.

Ästhetik-Sparte und Produktbeispiel

Ein wichtiges Segment abseits klassischer verschreibungspflichtiger Medikamente ist die Ästhetik-Sparte. Hier ist AbbVie über die Übernahme von Allergan stark vertreten und vertreibt unter anderem das bekannte Präparat Botox für kosmetische Anwendungen und medizinische Indikationen. Botox ist damit ein repräsentatives Produkt des Konzerns, das insbesondere im Bereich der nicht-chirurgischen ästhetischen Medizin eine hohe Bekanntheit genießt. Die Ästhetik-Sparte erzielte 2023 einen Umsatz im mittleren einstelligen Milliardenbereich und trug damit einen signifikanten Anteil zum Gesamtumsatz von rund 54 Milliarden US-Dollar bei. Durch die Kombination aus verschreibungspflichtigen Therapien und cash-starken Ästhetikprodukten diversifiziert AbbVie seine Einnahmebasis über verschiedene Kundengruppen.

AbbVie-Aktie im Schlussblick

Im Gesamtsaldo präsentiert sich die AbbVie-Aktie als Anteil an einem global aufgestellten Pharmakonzern mit Milliardenumsätzen, wachstumsstarken Neupräparaten und einer über Jahre steigenden Dividende. Die Kombination aus einem Jahresumsatz von rund 54 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2023, einem erheblichen Wachstum bei Skyrizi und Rinvoq gegenüber dem Vorjahr und einer Dividende von über 5 US-Dollar je Aktie macht die Aktie für Einkommensanleger und langfristig orientierte Investoren gleichermaßen interessant. Vor allem der quantifizierte Vergleich der Umsatzverschiebung von Humira hin zu Skyrizi und Rinvoq zeigt, dass AbbVie aktiv an der Neuausrichtung seines Portfolios arbeitet und die Ertragsbasis schrittweise verbreitert.

AbbVie-Überblick

  • Unternehmen: AbbVie Inc.
  • ISIN: US00287Y1091
  • Ticker: ABBV
  • Handelsplatz: NYSE
  • Kurs (Stand 01.06.2024, 16:00 Uhr): 165 US-Dollar
  • Marktkapitalisierung: 270 Milliarden US-Dollar (Stand 01.06.2024)
  • Sektor / Branche: Gesundheit / Pharma
  • Indexzugehörigkeit: S&P 500
  • Nächstes Earnings-Datum: 26.07.2024

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