Studie, Abwanderung

Studie: Abwanderung nach Osteuropa bringt Firmen wenig

01.03.2026 - 08:56:57 | dpa.de

Die Abwanderung nach Mittel- und Osteuropa bringt der bedrÀngten deutschen Industrie nicht viel.

Laut einer Analyse der Beratung Strategy& sind die Einsparungen dort vergleichsweise niedrig, zudem gibt es weitere Nachteile. Dazu zĂ€hlen die Autoren eine ganze Reihe von Faktoren: im Vergleich mit Deutschland noch grĂ¶ĂŸeren FachkrĂ€ftemangel, mangelnde Automatisierung sowie einen starken Anstieg der Arbeitskosten in den vergangenen Jahren. TatsĂ€chlich niedrigere Kosten und bessere Bedingungen bieten demnach asiatische LĂ€nder.

Anlass der Studie sind die vermehrten Investitionen deutscher Industrieunternehmen in den östlichen NachbarlĂ€ndern. Abgesehen von den hohen Energiepreisen sind laut Stategy& die Arbeitskosten in Deutschland um 30 Prozent höher als im EU-Schnitt. Die Begeisterung fĂŒr China ist in vielen Chefetagen in den vergangenen Jahren stark abgekĂŒhlt. Daher konzentrieren sich etliche Unternehmen nun vermehrt auf die nĂ€here Umgebung, im Management-Jargon als "nearshoring" bekannt. Die zwei beliebtesten LĂ€nder zwischen 2015 und 2024 waren demnach Polen und Tschechien.

Verlagerung nach Osteuropa spart weniger als erhofft

Doch die Hoffnung auf grĂ¶ĂŸere Einsparungen wird der Studie zufolge in Mittel- und Osteuropa hĂ€ufig enttĂ€uscht. Zu den Nachteilen der Region zĂ€hlen die Autoren unter anderem, dass die Arbeitskosten in den vergangenen Jahren dreieinhalbmal so schnell gestiegen seien wie die ProduktivitĂ€t. Der Mangel an FachkrĂ€ften fĂŒr die Industrie ist demnach noch um 16 Prozent grĂ¶ĂŸer als in Deutschland, und die Energiepreise in der Region haben sich laut Strategy& innerhalb von fĂŒnf Jahren nahezu verdreifacht. "CEOs können sich nicht mehr auf den Standort als alleinstehenden Wettbewerbsvorteil verlassen", sagte Studienautor Michael Weiß an die Adresse von Firmenchefs.

Asiatische Wettbewerbsvorteile: Billige Energie, mehr Roboter

TatsĂ€chlich wettbewerbsfĂ€higer sind demnach etliche asiatische LĂ€nder von China bis Malaysia, insbesondere wegen im Vergleich zu Europa sehr niedriger Energiepreise. In China sind die durchschnittlichen GehĂ€lter demnach zwar nur noch zehn Prozent niedriger als in Deutschland, doch ist auch die ProduktivitĂ€t dort laut Strategy& wegen schneller Automatisierung und des massenhaften Einsatzes von Robotern in den Fabriken schnell gewachsen, wĂ€hrend sie in Deutschland stagnierte. Strategy& ist das Beratungsunternehmen der WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft PwC.

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