Allianz wird trotz Naturkatastrophen optimistischer - Aktie legt zu
13.11.2024 - 09:17:51 | dpa.deDer operative Gewinn dĂŒrfte nun 14,8 bis 15,8 Milliarden Euro erreichen und damit die obere HĂ€lfte der bisher angepeilten Spanne, erklĂ€rte Vorstandschef Oliver BĂ€te am Mittwoch in MĂŒnchen. Im dritten Quartal schlugen Naturkatastrophen bei dem Versicherer nur halb so teuer zu Buche wie ein Jahr zuvor. Auch dank höherer PrĂ€mien verdiente die Allianz vor allem im Schaden- und UnfallgeschĂ€ft mehr als von Analysten erwartet. Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten zunĂ€chst gut an.
Die Allianz-Aktie gewann kurz nach dem Handelsstart rund ein Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf hat das Papier damit bereits um gut 18 Prozent zugelegt.
Dass der Dax-Konzern DE0008469008 sein Gewinnziel angehoben hat, dĂŒrfte Anleger kaum ĂŒberraschen. So hatten Analysten der Allianz fĂŒr 2024 im Schnitt zuletzt sogar einen operativen Gewinn von 15,4 Milliarden Euro zugetraut.
Im dritten Quartal steigerte die Allianz ihren operativen Gewinn im Jahresvergleich auch dank höherer PrĂ€mien um knapp 14 Prozent auf gut 3,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich entfiel auf die AktionĂ€re ein Ăberschuss von knapp 2,5 Milliarden Euro und damit gut 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit ihren Ergebnissen ĂŒbertraf die Allianz die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Lediglich im FondsgeschĂ€ft der Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors (AGI) ging der operative Gewinn etwas zurĂŒck.
"Naturkatastrophen haben die finanzielle und operative WiderstandsfÀhigkeit der Allianz erneut auf die Probe gestellt", sagte Konzernchef BÀte. Die Ereignisse hÀtten viele Allianz-Kunden schwer getroffen.
Bei dem Versicherer schlugen Zerstörungen durch Naturkatastrophen wie die Ăberschwemmungen in Osteuropa sowie mehrere Unwetter und StĂŒrme zwar etwas teurer zu Buche als ursprĂŒnglich veranschlagt. Allerdings lag die Summe im dritten Quartal mit knapp 650 Millionen Euro nur rund halb so hoch wie ein Jahr zuvor. Damals hatten vor allem Unwetter in Deutschland, Italien und Ăsterreich die Allianz 1,3 Milliarden Euro gekostet.
Diesmal steigerte das Schaden- und UnfallgeschĂ€ft als gröĂte Konzernsparte seinen operativen Gewinn im dritten Quartal um 36 Prozent auf fast zwei Milliarden Euro und steuerte damit wieder die HĂ€lfte zum entsprechenden Ergebnis des Konzerns bei. So verlangt die Allianz wie andere Versicherer angesichts höherer SchĂ€den höhere PrĂ€mien von ihren Kunden.
Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre berichtete von einer "anhaltenden Preisdynamik" und einem starken Wachstum vor allem bei Privatkunden, kleineren und mittelgroĂen Gewerbekunden sowie im FlottengeschĂ€ft der Kfz-Versicherung. Das GeschĂ€ftsvolumen der Schaden- und Unfallsparte wuchs im Jahresvergleich um acht Prozent auf 18,6 Milliarden Euro.
Die Lebens- und Krankenversicherung steigerte ihr Volumen sogar um 28 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte hier um gut fĂŒnf Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro zu.
Im FondsgeschĂ€ft konnte die Allianz die Erwartungen von Experten hingegen nicht ganz erfĂŒllen. Zwar sammelten die Fonds von Pimco und AGI von Kunden unter dem Strich 19,8 Milliarden Euro frisches Geld ein. Analysten hatten im Schnitt jedoch noch deutlich mehr erwartet.
Ende September verwalteten die Gesellschaften fĂŒr ihre Kunden insgesamt ein Vermögen von rund 1,84 Billionen Euro. Der operative Gewinn der Sparte ging im dritten Quartal wegen ungĂŒnstiger Wechselkurse jedoch leicht auf 782 Millionen Euro zurĂŒck.
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