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Europa Schluss: Anleger machen weiter Kasse - Starke Wochenbilanz

14.11.2025 - 18:21:31

Die am Vortag begonnene AbwÀrtsbewegung hat am Freitag an den europÀischen Börsen angehalten.

Anleger machten nach gutem Lauf Kasse, zumal Unsicherheit aufkam wegen der Frage, ob es im Dezember von der US-Notenbank eine weitere Zinssenkung geben wird. Der Marktbeobachter Christian Henke vom Broker IG schrieb, nach dem Ende des sogenannten Shutdowns in den Vereinigten Staaten kehre ErnĂŒchterung ein.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145, der am Vortag nach seinem anfĂ€nglichen Rekord schon abgesackt war, gab nochmals um 0,85 Prozent auf 5.693,77 ZĂ€hler nach. Der Eurozonen-Leitindex konnte aber Schlimmeres vermeiden, indem er sich letztlich ĂŒber seiner 21-Tage-Linie behauptete. Dank der StĂ€rke in der ersten HĂ€lfte hat er dennoch einen Wochengewinn von 2,3 Prozent eingefahren.

Außerhalb der Eurozone konnte der schweizerische Aktienhandel im negativen Umfeld nicht davon profitieren, dass das deutsche Nachbarland wie erwartet eine US-Zollsenkung auf 15 Prozent bekommt. Der SMI CH0009980894 sank in ZĂŒrich um 0,84 Prozent auf 12.634,30 Punkte.

In London fiel der Leitindex FTSE 100 GB0001383545 um 1,11 Prozent auf 9.698,37 Punkte. Die Londoner Regierung gab laut Medienberichten PlĂ€ne fĂŒr die Erhöhung der Einkommenssteuer auf. Dies schĂŒre Sorgen um die SoliditĂ€t der britischen Staatsfinanzen, hieß es von Börsianern.

Fast alle Sektorindizes waren am Freitag in unterschiedlicher Höhe der allgemeinen MarktschwĂ€che gefolgt. Eine Erholung gab es einzig im Ölsektor, dessen Teilindex mit einem Anstieg um 1,1 Prozent alleine war mit einem positiven Vorzeichen. Als Treiber fungierte einmal mehr der Ölpreis, der nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Ölindustrie anzog.

Ganz unten in der Sektorwertung standen am Ende die Banken mit einem Abschlag von 2,4 Prozent. Relativ stark zeigte sich der AbwĂ€rtsdruck bei sĂŒdeuropĂ€ischen Instituten. Aus dem EuroStoxx verloren die Anteile von Unicredit IT0005239360 und Intesa Sanpaolo IT0000072618 bis zu 4,5 Prozent. Auch Technologie-, Reise-, Chemie- und Immobilienwerte waren bei Anlegern relativ unbeliebt.

Zu einem Minus bei Versicherern trugen Swiss Re CH0126881561 mit einem Abschlag von 5,4 Prozent bei. Die Analysten von Barclays verwiesen auf schwache Ergebnisse in der Leben-RĂŒckversicherung. Das dritte Quartal habe unterstrichen, warum die Schweizer nicht ebenso hoch bewertet sein sollten wie ihre deutsche Konkurrenz, schrieb Ben Cohen von RBC.

Ganz anders sah es in der Schweiz bei Richemont CH0210483332 aus. Die Aktien des LuxusgĂŒterkonzerns reagierten mit einem Kurssprung um fast sechs Prozent auf die Halbjahreszahlen. Diese seien ein verfrĂŒhtes Weihnachtsgeschenk, sagte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy. Positiv seien unter anderem die RĂŒckkehr zu Wachstum in China sowie die anhaltend robuste Nachfrage in den USA.

In Paris stand beim Zugbauer Alstom FR0010220475 nach der Vorlage von GeschÀftszahlen ein Plus von 4,1 Prozent zu Buche. Die Experten von UBS verwiesen auf zuversichtliche Aussagen des Unternehmens im Rahmen der Telefonkonferenz. Damit eröffne sich die Chance auf eine Anhebung des bestehenden Ausblicks zu einem spÀteren Zeitpunkt.

@ dpa.de