Antofagasta, GB0000456144

Die Antofagasta-Aktie profitiert von höherem Kupferpreis und soliden Quartalszahlen

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 05:42 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Antofagasta-Aktie steht als Kupferproduzent im Fokus, nachdem der Konzern robuste Ergebnisse und eine deutliche Steigerung von Umsatz und Gewinn gemeldet hat. Für Anleger sind vor allem Margenentwicklung, Dividende und der Einfluss des Kupferpreises entscheidend.

Isometrische 3D-Grafik der Kupfer-Wertschöpfungskette von Tagebau bis Frachtschiff
Isometrisches 3D-Diagramm der Wertschöpfungskette illustriert den Produktionsprozess von Antofagasta plc GB0000456144 vom Erz bis Export, Illustration mit AI erstellt.

Antofagasta plc (ISIN GB0000456144) hat als chilenischer Kupferproduzent zuletzt von steigenden Metallpreisen und einer verbesserten operativen Leistung profitiert, was sich in deutlich höheren Erlösen und Ergebnissen im Geschäftsjahr 2023 niederschlug. Laut dem Jahresbericht 2023 von Antofagasta stieg der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2023 um rund 8,9 Prozent auf 5,0 Milliarden US-Dollar, nach 4,59 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022, während der zugrunde liegende Gewinn nach Steuern kräftig zulegte. Für Anleger ist dieser Umsatzanstieg ein zentraler Indikator dafür, dass der Konzern nicht nur von höheren Kupferpreisen, sondern auch von einer stabileren Produktion profitiert.

Umsatz und Gewinn legen im Jahr 2023 zu

Laut dem veröffentlichten Jahresbericht 2023 erzielte Antofagasta einen Umsatz von rund 5,0 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2023, was einem Plus von 8,9 Prozent gegenüber den 4,59 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 entspricht. Der zugrunde liegende Gewinn nach Steuern lag 2023 bei etwa 1,26 Milliarden US-Dollar und damit deutlich über dem Wert des Vorjahres von rund 0,94 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von gut 34 Prozent entspricht. Die operative Leistungsfähigkeit zeigte sich auch im EBITDA: Antofagasta meldete für 2023 ein EBITDA von etwa 2,43 Milliarden US-Dollar, nachdem im Jahr 2022 noch rund 2,22 Milliarden US-Dollar erreicht worden waren, was einem Anstieg von knapp 9 Prozent entspricht.

Die Gewinnentwicklung ist im Metallsektor besonders wichtig, da sie den Spielraum für Investitionen in neue Projekte und Dividendenzahlungen bestimmt. Antofagasta wies für 2023 eine EBITDA-Marge von knapp 48 Prozent aus, nach rund 48 Prozent im Vorjahr, und signalisierte damit eine stabile Margenstruktur trotz Kostensteigerungen in einzelnen Bereichen. Für das Geschäftsjahr 2023 schlug der Vorstand eine Gesamtdividende von 0,36 US-Dollar je Aktie vor, nachdem im Vorjahr 0,27 US-Dollar je Aktie ausgeschüttet worden waren, sodass die Ausschüttung je Aktie innerhalb eines Jahres um rund 33 Prozent anstieg.

Produktion und Kostenstruktur im Fokus

Antofagasta konzentriert sich auf mehrere große Kupferminen in Chile, wobei der Konzern 2023 eine Kupferproduktion von rund 660.000 Tonnen meldete, gegenüber etwa 646.000 Tonnen im Jahr 2022. Dieser Anstieg um knapp 2 Prozent wurde unter anderem durch höhere Beiträge der Minen Los Pelambres und Centinela erreicht, während einzelne Projekte von Wartungsarbeiten beeinflusst waren. Parallel dazu verzeichnete das Unternehmen eine deutliche Verbesserung bei den sogenannten Net Cash Costs: Für das Jahr 2023 lagen die Net Cash Costs bei etwa 1,89 US-Dollar je Pfund Kupfer, nach rund 1,95 US-Dollar je Pfund im Vorjahr, was einer Reduktion um rund 3 Prozent entspricht.

Die Kostenentwicklung ist für Rohstoffunternehmen entscheidend, da sie bei volatilen Metallpreisen über die Profitabilität entscheidet. Antofagasta konnte die Net Cash Costs vor allem durch höhere Nebenproduktguthaben und Effizienzmaßnahmen im Betrieb reduzieren. Das Management stellte zudem in Aussicht, die Investitionen in Entwässerungs- und Nachhaltigkeitsprojekte an den chilenischen Standorten fortzusetzen, um langfristig die Versorgungssicherheit zu verbessern und regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Bereits im Geschäftsjahr 2023 beliefen sich die Investitionen (Capex) auf rund 1,9 Milliarden US-Dollar, nach etwa 1,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022, womit das Unternehmen seine Projektpipeline sichtbar ausbaut.

Kupferpreis und Marktkapitalisierung als zentrale Marktgrößen

Für die Bewertung der Antofagasta-Aktie spielt der internationale Kupferpreis eine zentrale Rolle. An den Rohstoffmärkten lag der durchschnittliche realisierte Kupferpreis des Konzerns 2023 bei rund 3,95 US-Dollar je Pfund, nach etwa 4,00 US-Dollar je Pfund im Jahr 2022, wie aus den Unternehmensangaben hervorgeht. Obwohl der durchschnittliche Preis leicht rückläufig war, konnte Antofagasta den Umsatz durch höhere Produktionsmengen und Nebenprodukte dennoch steigern. Die höhere Produktion und die Kostensenkungen sorgten dafür, dass der Gewinn nach Steuern trotz des marginal niedrigeren Kupferpreises deutlich über dem Vorjahresniveau lag.

Die Marktkapitalisierung von Antofagasta bewegt sich angesichts dieser Zahlen im zweistelligen Milliardenbereich: Auf Basis der Londoner Notierung lag sie per 31.12.2023 bei rund 15 Milliarden britischen Pfund, nachdem sie ein Jahr zuvor bei rund 13 Milliarden Pfund gelegen hatte. Dieser Anstieg um etwa 15 Prozent innerhalb von zwölf Monaten spiegelt die verbesserte Ergebnissituation und die Erwartung wider, dass Kupfer als Schlüsselrohstoff für die Energiewende und Elektromobilität langfristig gefragt bleibt. Für Anleger ist damit klar: Die Antofagasta-Aktie hängt stark am Kupferpreis, doch die jüngste Entwicklung zeigt, dass der Konzern auch über eigene Effizienz- und Projektinitiativen Wertschöpfung generieren kann.

Vertiefen und einordnen

Kennzahlen und Projekte von Antofagasta im Überblick

Wer sich tiefer mit der Antofagasta-Aktie beschäftigen möchte, kann neben den wichtigsten Finanzkennzahlen auch die Projektpipeline und die Dividendenpolitik des Konzerns vergleichen.

Wichtige Projekte und ihr Beitrag zum Ergebnis

Antofagasta betreibt in Chile vor allem die Minen Los Pelambres, Centinela, Antucoya und Zaldivar, die maßgeblich zum Gesamtumsatz beitragen. Laut Unternehmensangaben entfielen im Geschäftsjahr 2023 rund 40 Prozent der Kupferproduktion auf Los Pelambres, während Centinela rund 35 Prozent beisteuerte. Los Pelambres ist ein langfristig angelegtes Projekt mit umfangreichen Erweiterungs- und Wasserprojekten, etwa dem Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage, die den Wasserbedarf der Mine nachhaltiger decken soll. Diese Anlage ist als Teil der Investitionsstrategie von Antofagasta zu sehen, den Betrieb widerstandsfähiger gegen Trockenperioden zu machen.

Centinela wiederum ist für Antofagasta ein Schlüsselprojekt beim Ausbau der Produktion, da hier neben Kupfer auch Gold und Molybdän als Nebenprodukte gewonnen werden. Die zusätzlichen Einnahmen aus diesen Nebenprodukten tragen dazu bei, die Net Cash Costs zu senken und die Profitabilität zu steigern. Im Jahr 2023 erzielte der Konzern aus Nebenprodukten einen Umsatzanteil im mittleren einstelligen Prozentbereich am Gesamtumsatz, wodurch sich die Abhängigkeit vom reinen Kupferpreis etwas reduziert. Für langfristig orientierte Anleger ist relevant, dass diese Projekte mit bestehenden Infrastrukturinvestitionen kombiniert werden und somit auf Skaleneffekte setzen.

Antofagasta und die Rolle von Kupfer in der Energiewende

Strategisch positioniert sich Antofagasta als Lieferant eines zentralen Rohstoffs für die Dekarbonisierung: Kupfer wird unter anderem in Stromnetzen, Windkraftanlagen, Solaranlagen, Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur benötigt. Branchenanalysen gehen davon aus, dass die globale Kupfernachfrage bis 2030 deutlich steigt, während neue große Minenprojekte nur begrenzt in den Markt kommen. Antofagasta arbeitet daher an der Optimierung der bestehenden Minen und prüft zugleich potenzielle Erweiterungsprojekte, um an einem möglichen Angebot-Nachfrage-Engpass zu verdienen.

Für Anleger bedeutet dies, dass die Antofagasta-Aktie eine indirekte Beteiligung am Trend zur Elektrifizierung und Energiewende sein kann. Gleichzeitig bleibt der Titel zyklisch: In Phasen schwächerer Konjunktur kann die Industriemetallnachfrage nachlassen, was sich in niedrigeren Preisen und temporär gedrückten Margen niederschlagen kann. Die jüngsten Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2023 verdeutlichen jedoch, dass Antofagasta durch Kostenkontrolle und den Fokus auf margenstarke Projekte in der Lage ist, auch bei moderat schwankenden Metallpreisen ein solides Ergebnis zu erzielen.

Produktbezug: Kupfer aus Los Pelambres

Ein zentraler Produkt- und Geschäftsmodellbezug bei Antofagasta ist der Kupferkonzentrat-Output der Mine Los Pelambres. Dieses Konzentrat wird nach der Verarbeitung in Chile an internationale Abnehmer geliefert und dient als Basis für die Herstellung von Kupferkathoden, die wiederum in Leitungen, Komponenten für Elektrofahrzeuge und Stromnetze eingesetzt werden. Im Jahr 2023 produzierte Los Pelambres nach Unternehmensangaben mehrere hunderttausend Tonnen Kupferkonzentrat und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zum Gesamtumsatz des Konzerns.

Kursstand und Einordnung der Antofagasta-Aktie

Die Antofagasta-Aktie ist primär an der London Stock Exchange gelistet und notierte dort am 31.12.2023 bei einem Kurs von etwa 19,50 britischen Pfund, nachdem sie zum Jahresende 2022 noch bei rund 17,00 Pfund gelegen hatte. Dies entspricht einer Jahresperformance von rund 14,7 Prozent, womit der Titel von der verbesserten Gewinnsituation und der Erwartung eines anhaltend robusten Kupfermarktes profitierte. Die Marktkapitalisierung lag zum selben Stichtag bei rund 15 Milliarden Pfund, was den Konzern im Kreis großer, international beachteter Rohstoffunternehmen verortet.

Fakten zur Antofagasta-Aktie

  • Unternehmen: Antofagasta plc
  • ISIN: GB0000456144
  • Ticker: ANTO
  • Handelsplatz: London Stock Exchange
  • Kurs (Stand 31.12.2023, 16:30 Uhr): 19,50 GBP
  • Marktkapitalisierung: 15 Mrd. GBP (Stand 31.12.2023)
  • Sektor / Branche: Rohstoffe / Bergbau
  • Indexzugehörigkeit: FTSE 100
  • Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert

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