Einigung im Tarifstreit im kommunalen NRW-Nahverkehr
23.05.2024 - 15:25:09 | dpa.deDie Mehrheit der abstimmenden Verdi-Mitglieder unter den BeschĂ€ftigten sprach sich in einer Urabstimmung fĂŒr die Annahme des Tarifergebnisses aus, dem eine Schlichtungsempfehlung vorangegangen war, wie die Gewerkschaft am Donnerstag mitteilte. Dem Schlichtungsvorschlag hatten die Tarifkommission von Verdi NRW und der kommunale Arbeitgeberverband KAV NW bereits vor knapp zwei Wochen zugestimmt
Im Kern sieht die Einigung vier Entlastungstage, gestaffelt bis Ende 2026, fĂŒr breite Teile der BeschĂ€ftigten vor. Zwei zusĂ€tzliche freie Tage davon soll es fĂŒr alle ab diesem Jahr geben, 2025 und 2026 folgt dann jeweils ein weiterer freier Tag fĂŒr einen GroĂteil der BeschĂ€ftigten. Die Eckpunkte sehen den Angaben zufolge auch eine stufenweise Anhebung der Jahressonderzahlung auf 100 Prozent vor sowie eine Anhebung der Bemessungsgrundlage fĂŒr ZeitzuschlĂ€ge.
"Mit diesem Tarifergebnis haben wir ein weiteres StĂŒck des Weges zur Entlastung der BeschĂ€ftigten im kommunalen Nahverkehr geebnet", sagte Verdi-VerhandlungsfĂŒhrer Heinz Rech laut Mitteilung. Die IntensitĂ€t der Tarifrunde belege, wie akut die Belastung der BeschĂ€ftigten sei. "Es war dringend notwendig, Entlastung ĂŒber zusĂ€tzliche freie Tage herbeizufĂŒhren, ohne dabei einzelne BeschĂ€ftigtengruppen auszuschlieĂen."
Mehrere Streiks im NRW-ĂPNV
Zweimal hatte Verdi NRW in der Tarifrunde ĂŒber einen sogenannten Manteltarifvertrag im Februar und MĂ€rz den öffentlichen Nahverkehr im bevölkerungsreichsten Bundesland mit Warnstreiks ĂŒber jeweils einen Tag oder zwei Tage weitgehend lahmgelegt. Rund 30 kommunale Verkehrsbetriebe wie KVB (Köln), Rheinbahn (DĂŒsseldorf), DSW21 (Dortmund) oder die Stadtwerke MĂŒnster waren betroffen. Eine Ausnahme ist das Aachener Verkehrsunternehmen ASEAG, fĂŒr das ein Haustarifvertrag gilt.
Zuletzt setzte die Gewerkschaft auf "nadelstichartige StreikmaĂnahmen" und rief an bestimmten Betriebshöfen in NRW-StĂ€dten zum Streik auf. Dies traf vor allem den Busverkehr. Die Verhandlungspositionen von Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite lagen lange Zeit weit auseinander. Verdi forderte eine deutliche Entlastung der BeschĂ€ftigten. Die Arbeitgeber hatten in der Tarifrunde insbesondere auf einen engen finanziellen Spielraum und eine deutliche Gehaltserhöhung zum 1. MĂ€rz verwiesen, die bereits vor lĂ€ngerer Zeit vereinbart worden war.
Urabstimmung ĂŒber unbefristete Streiks
Nach der dritten Verhandlungsrunde hatte Verdi NRW die Verhandlungen zum Manteltarifvertrag fĂŒr gescheitert erklĂ€rt und zu einer Urabstimmung ĂŒber unbefristete Streiks aufgerufen. DafĂŒr sprachen sich 97 Prozent der abstimmenden Gewerkschaftsmitglieder unter den BeschĂ€ftigten aus. Die Arbeitgeberseite legte Mitte April ein verbessertes Angebot vor. Es sah unter anderem bis zu vier zusĂ€tzliche freie Tage fĂŒr bestimmte BeschĂ€ftigtengruppen vor.
Auch die vierte Tarifrunde brachte keinen Kompromiss. Verdi NRW hatte zwischenzeitlich unter anderem zusĂ€tzlich sechs freie Tage gefordert. Weil die Gewerkschaft aber einem Schlichtungsverfahren zugestimmt hatte, waren auf die ĂPNV-Nutzer zuletzt keine weiteren Streiks zugekommen.
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