UmsÀtze asiatischer Shoppingplattformen brechen ein
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 11:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Erlöse gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35,5 Prozent auf 566 Millionen Euro zurĂŒck, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) mitteilte. Das rasante Wachstum von Temu und Shein sei ins Stocken geraten, sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Alien Mulyk.
Als Grund fĂŒr die schlechtere Entwicklung nannte sie die Verteuerung von Kleinsendungen aus Drittstaaten. "Den margenschwachen Niedrigpreisprodukten aus Asien setzen die höheren Abgaben deutlich zu", sagte Mulyk. Der Marktanteil der drei gröĂten asiatischen Plattformen im deutschen Onlinehandel ist den Angaben zufolge auf 3,1 Prozent gesunken, nachdem er zuvor stark gestiegen war und einen Rekordwert erreicht hatte. Im zweiten Quartal hatte der Marktanteil noch 5,3 Prozent betragen.
Onlinehandel verliert an Tempo
Die Zollfreigrenze von 150 Euro fĂŒr Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten ist im Juli weggefallen. Seitdem ist jede Sendung aus Drittstaaten zollpflichtig. FĂŒr Kleinsendungen bis 150 Euro ist pro Warengruppe eine Pauschale von drei Euro fĂ€llig. Ab November gilt zudem eine BearbeitungsgebĂŒhr von 2 Euro. Mit den MaĂnahmen möchte die Politik die Einfuhr groĂer Mengen billiger Waren aus Drittstaaten in den europĂ€ischen Markt eindĂ€mmen.
Dem BEVH geht dies dennoch nicht weit genug. "Um fĂŒr fairen Wettbewerb zu sorgen, muss die EU die MarktĂŒberwachungsbehörden stĂ€rken und bestehendes Recht durchsetzen", so Mulyk.
Der Onlinehandel in Deutschland verlor im dritten Quartal insgesamt an Schwung. Die UmsĂ€tze lagen 2,9 Prozent ĂŒber dem Vorjahresquartal. Die Inflation ist dabei nicht berĂŒcksichtigt. Zwischen April und Juni war der Markt noch um gut 5 Prozent gewachsen. Als Ursache nannte der Verband eine schlechtere Konsumstimmung.
