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Aktien Frankfurt/ Waffenruhe im Iran wohl vorbei: Dax kurz unter 25.000 Punkten

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 14:47 Uhr, dpa.de

Die aus Sicht von US-PrÀsident Donald Trump beendete Waffenruhe im Iran-Krieg hat den Dax DE0008469008 am Mittwoch unter Druck gebracht.

Nachdem die Rekordjagd bereits am Montag mit dem Test der 25.900er Marke abgebrochen wurde, ging es zeitweise wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten.

Am Nachmittag erholte sich der deutsche Leitindex etwas und gab um 1,7 Prozent auf 25.033 Punkte nach. Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax DE0008467416, sank zugleich um 2,3 Prozent auf 31.880 ZĂ€hler.

"Der Iran-Konflikt könnte wieder zum Taktgeber fĂŒr die Risikobereitschaft der Anleger werden", kommentierte Marktanalyst Timo Emden die Verluste. "Was zuletzt wie ein Hintergrundrisiko wirkte, rĂŒckt nun wieder ins Rampenlicht und zwingt Anleger, die geopolitische Risikokarte neu zu bewerten."

Auslöser ist, dass Trump die Waffenruhe im Iran-Krieg aus seiner Sicht fĂŒr beendet erklĂ€rte, nachdem es zuvor zu gegenseitigen Angriffen samt einem Abschuss iranischer Raketen auf Bahrein gekommen war. Die Ölpreise zogen krĂ€ftig an, womit die Sorgen vor Inflation, KonjunkturschwĂ€che und Zinserhöhungen der Notenbanken wieder prĂ€sent sind.

Noch am Montag hatte der Dax mit einem Test der 25.900-Punkte-Marke seinen dreitĂ€gigen Rekordlauf gekrönt. Dann hatten Gewinnmitnahmen eingesetzt - insbesondere im KI-Bereich. Und auch diese sind noch nicht abgehakt. So sackte der sĂŒdkoreanische Kospi KRD020020008, zuletzt Sinnbild der KI-Rally, um etwas mehr als 5 Prozent ab und ist zurĂŒck auf dem tiefsten Stand seit Mitte Mai. Der US-Halbleiterindex SOX hatte am Vorabend seine Talfahrt wieder aufgenommen und dĂŒrfte zum Handelsstart in den USA wohl noch etwas weiter nachgeben.

Die steigenden Ölpreise weckten Inflationssorgen, und die wiederum wecken Sorgen vor steigenden Zinsen. Immobilienwerte hatten daher einen schweren Stand. Vonovia DE000A1ML7J1 sackten als Schlusslicht im Dax um 5,1 Prozent ab. Im MDax verloren TAG Immobilien DE0008303504, LEG DE000LEG1110 oder auch Aroundtown LU1673108939 zwischen 6,1 und 7,2 Prozent.

Auch Talanx DE000TLX1005 zeigten sich im MDax mit minus 4,3 Prozent auf 110,80 Euro sehr schwach. Eine Aktienplatzierung durch den Anteilseigner Meiji Yasuda Life belastete. Dieser hatte seine 4,3 Millionen Aktien fĂŒr 110,70 Euro bis Marktpreis, also dem Schlusskurs von 115,80 Euro angeboten, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente am Vorabend berichtet hatte. Laut einem HĂ€ndler betrug der Platzierungspreis am Ende 110,70 Euro je Aktie.

Als Spitzenwert im Dax legten Eon DE000ENAG999 um 1,7 Prozent zu. Goldman-Analyst Alberto Gandolfi sieht das Reformpaket der deutschen Regierung positiv fĂŒr die Essener. Energienetze spielten eine zentrale Rolle, was fĂŒr steigende Investitionen in diesen Bereich spricht. Eon erziele hier die HĂ€lfte seiner Gewinne, schrieb er.

Lufthansa DE0008232125 litten weiter unter Gewinnmitnahmen und sanken um 4,3 Prozent. Eine Abstufung durch die Citigroup auf "Sell" belastete. Die Bewertung der Aktie der Fluggesellschaft sei eine Wette darauf, dass der temporĂ€re RĂŒckenwind weiter blĂ€st. Dabei mĂŒssten die Anleger aber geringere Margen akzeptieren und Streikrisiken ausblenden, hieß es. Hinzu kam der Ölpreisanstieg als Belastung.

Angetrieben von einer Kaufempfehlung von Warburg Research machte derweil die Basler-Aktie DE0005102008 im SDax DE0009653386 mit plus 12,4 Prozent ihre Verluste zu Wochenbeginn wett. Da die anstehenden Quartalszahlen des auf Digitalkameras und weitere Produkte fĂŒr maschinelles Sehen spezialisierten Unternehmens stark ausfallen sollten, biete der KursrĂŒckgang seit den Hochs im Juni eine gute Kaufgelegenheit, begrĂŒndete Malte Schaumann seine Neubewertung./ck/jha/

--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX ---

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