Thema des Tages, Aktienfokus

AKTIEN IM FOKUS: Traton ĂŒberzeugt mit Auftragseingang und stĂŒtzt Daimler und VW

28.04.2025 - 11:42:17

Die Aussicht auf eine GeschÀftsbelebung infolge eines starken Auftragseingangs bei Traton DE000TRAT0N7 hat der Aktie der VW-Lkw-Holding am Montag krÀftige Gewinne beschert.

Davon wurde auch das Papier des Wettbewerbers Daimler Truck DE000DTR0CK8 mitgezogen und auch VW DE0007664039 profitierten. Im Verlauf der Telefonkonferenz von Traton bröckelten die Gewinne von Traton und Daimler Truck zwischenzeitlich etwas ab, denn Finanzchef Michael Jackstein Ă€ußerte sich wĂ€hrend einer Telefonkonferenz vorsichtig zu den Folgen der US-Zölle.

Das Traton-Papier setzte am spĂ€teren Vormittag seine Erholung vom am 9. April erreichten Jahrestief fort - da hatte Traton mit seinen Eckzahlen zum ersten Quartal die Markterwartungen verfehlt - und legte an der MDax DE0008467416-Spitze um 4,2 Prozent auf 29,12 Euro zu. Zum Handelsstart war es fĂŒr die Aktie noch um 5,5 Prozent hochgegangen. Seit dem Jahrestief hat das Papier nun insgesamt wieder etwas mehr als 15 Prozent an Boden gut gemacht. Bis zu dem Anfang MĂ€rz erreichten Rekordhoch bei 38,45 Euro ist es allerdings noch ein gutes StĂŒck.

Doch auch wenn an diesem Morgen die den kurzfristigen Trend signalisierende 21-Tage-Durchschnittslinie bei 28,35 Euro ĂŒberwunden werden konnte: Dicht ĂŒber dieser Linie lauert fĂŒr charttechnisch interessierte Anleger bereits der nĂ€chste Widerstand. Bei etwas unter 30 Euro verlĂ€uft nĂ€mlich die den lĂ€ngerfristigen Trend indizierende 200-Tage-Linie.

FĂŒr Daimler Truck ging es im Dax DE0008469008 zuletzt um 0,5 Prozent auf 35,26 Euro nach oben, nach anfĂ€nglich rund anderthalb Prozent Plus. VW stiegen um 1,2 Prozent auf 98,92 Euro. Dax und MDax selbst legten jeweils moderat zu.

Wie Traton mitgeteilt hatte, stieg der Auftragseingang in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 74.300 Fahrzeuge. Die Jahresprognose bestÀtigte Vorstandschef Christian Levin: "Trotz erheblicher Unsicherheit stimmt mich der Blick nach vorn verhalten zuversichtlich". Nach einem dennoch insgesamt schwachen Jahresauftakt wird eine Besserung in der zweiten JahreshÀlfte erwartet.

FĂŒr Analyst Michael Aspinall vom Investmenthaus Jefferies bleibt vor allem die Auftragslage nach wie vor der Lichtblick bei Traton, wie er schrieb. Die Relation des Eingangs der AuftrĂ€ge zum Umsatz (Book-to-Bill) sei erstmals seit dem dritten Quartal wieder höher als 1. In Deutschland etwa seien die AuftrĂ€ge fĂŒr den Nutzfahrzeughersteller um mehr als die HĂ€lfte gestiegen.

Das stehe auch im Einklang mit der Aussage des ebenfalls in der Nutzfahrzeugindustrie tĂ€tigen Unternehmens Palfinger AT0000758305, schrieb Aspinall. Am Freitag hatte der Salzburger Konzern sich trotz eines GewinnrĂŒckgangs im ersten Quartal zuversichtlich geĂ€ußert und erwartet, dass 2025 das zweitbeste GeschĂ€ftsjahr der Firmengeschichte werden soll. Palfinger habe ebenfalls von einer sehr positiven Stimmung seiner Kunden gesprochen, vor allem der aus Deutschland, so Aspinall.

UBS-Analyst Hemal Bhundia hob neben dem Auftragseingang auch die beibehaltenen Jahresziele positiv hervor. Diese Kennzahlen hĂ€tten im Fokus des endgĂŒltigen Berichts gestanden, nachdem Traton am 9. April bereits vorlĂ€ufige Zahlen vorgelegt habe - und da auf ganzer Linie erheblich enttĂ€uscht hatte. Vor allem die Lkw-Bestellungen aus Europa seien nun ermutigend, schrieb der UBS-Experte unter Verweis auf das Auftragsplus von 62 Prozent im Jahresvergleich.

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