New York Schluss: Zinshoffnungen - S&P 500 auf Rekordhoch
09.01.2026 - 22:19:23Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 erreichte ein Rekordhoch, zur Schlussglocke betrug das Plus 0,65 Prozent auf 6.966,28 Punkte.
Der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 legte um 0,48 Prozent auf 49.504,07 Punkte zu, konnte die Höchstmarke vom Mittwoch aber nicht toppen. Mit plus 2,3 Prozent in der ersten kompletten Börsenwoche 2026 startete der Dow stark ins neue Jahr.
In den USA ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt Ende des vergangenen Jahres gemischt ausgefallen. WĂ€hrend der Anstieg der BeschĂ€ftigung schwĂ€cher als erwartet war, ging die Arbeitslosenquote etwas zurĂŒck. Die Daten dĂŒrften aber dennoch Wasser auf die MĂŒhlen derer sein, die von der US-Notenbank Fed mehr Tempo bei Zinssenkungen fordern.
"Die Angst um den eigenen Job nimmt zu", konstatierte James Knightley, Chefökonom der Bank ING. Das Gros der US-Wirtschaft streiche ArbeitsplĂ€tze zusammen. Die Entwicklung der BeschĂ€ftigung in der groĂen Mehrzahl der Sektoren sei "fĂŒr jedermann sehr besorgniserregend". Die Botschaft fĂŒr die Fed laute nun, die Wirtschaft stĂ€rker zu unterstĂŒtzen.
An der Technologiebörse Nasdaq ging es mit dem Nasdaq 100 US6311011026 um 1,02 Prozent auf 25.766,26 ZÀhler stÀrker aufwÀrts. Hier lagen erneut die Aktien aus der Halbleiterbranche ganz vorn. Sie gelten als sehr abhÀngig vom Zinsniveau an den KapitalmÀrkten. Niedrigere Zinsen der US-Notenbank rechtfertigten höhere Bewertungen von Chip-Aktien, so die Argumentation vieler Investoren. Intel-Aktien etwa zogen um fast 11 Prozent an.
Zuletzt hatte die Politik des US-PrĂ€sidenten Donald Trump wieder fĂŒr Bewegungen gesorgt, dies setzte sich am Freitag fort. Trump ordnete einen Ankauf von Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar an, um damit Immobilienkredite gĂŒnstiger zu machen. Davon profitierten Aktien von Hypothekengebern. Rocket Companies US77311W1018 stiegen um fast 10 Prozent. Opendoor Technologies US6837121036 schnellten um gut 13 Prozent nach oben.
Auch eine Ăbernahme sorgte fĂŒr GesprĂ€chsstoff. Wie die "Financial Times" berichtet, will der Pharmariese Merck & Co US58933Y1055 den Krebsmittelspezialisten Revolution Medicines US76155X1000 ĂŒbernehmen. Dessen Aktien zogen nochmals um mehr als 10 Prozent an, nachdem sie ihren Rekordlauf in den vergangenen beiden Tagen schon deutlich beschleunigt hatten. Merck & Co gaben leicht nach. Als Kaufpreis ist in dem Bericht von 28 bis 32 Milliarden Dollar die Rede.
KursschwĂ€che zeigten General Motors US37045V1008 mit minus 2,7 Prozent. Der Autobauer hatte am Vorabend hohe Abschreibungen auf seine Elektroautos bekanntgegeben. Diese kosteten den Konzern im vierten Quartal rund sechs Milliarden Dollar. Hinzu kommen gut eine Milliarde an Sonderkosten fĂŒr den Umbau in China.
Die Aktien von Southwest Airlines US8447411088 gewannen 3,7 Prozent. Die US-Bank JPMorgan hat ihre EinschĂ€tzung komplett gedreht und rĂ€t nun zum Ăbergewichten im Portfolio, nachdem das Votum zuvor Untergewichten gelautet hatte. Analyst Jamie Baker hĂ€lt es fĂŒr möglich, dass der Ausblick der Airline auf das Jahr 2026 die Markterwartungen deutlich in den Schatten stellen wird./bek/men
--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

