Bundesbank: Zugang zu Bargeld aufwendiger geworden
17.03.2025 - 12:50:59 | dpa.deEs seien jedoch "AbwĂ€rtstendenzen bei der VerfĂŒgbarkeit von Bargeld (...) erkennbar", schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht MĂ€rz.
"Die sinkende Anzahl der Bankfilialen und Geldautomaten sowie der steigende Anteil von BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern, die von einem erhöhten Aufwand fĂŒr die Bargeldversorgung berichten, unterstreichen die Perspektive, dass eine auch zukĂŒnftig gute BargeldverfĂŒgbarkeit in Deutschland nicht weiter selbstverstĂ€ndlich ist", heiĂt es in dem vorab veröffentlichten Aufsatz.
Weitere Wege zum Geldautomaten
Noch kann sich die ĂŒberwiegende Mehrheit der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger der Bundesbank-Analyse zufolge innerhalb der eigenen Gemeindegrenze mit Bargeld versorgen. Etwa 80,7 Millionen Menschen oder 95,7 Prozent der Gesamtbevölkerung leben demnach in Gemeinden mit mindestens einem Geldautomaten oder Bankschalter. 3,6 Millionen Menschen mĂŒssen die eigene Gemeinde verlassen, um sich bei einem Kreditinstitut mit Bargeld zu versorgen.
Weil GeldhĂ€user seit Jahren die Zahl der Geldautomaten verringern - auch weil Kriminelle immer hĂ€ufiger solche GerĂ€te sprengen und so hohe SchĂ€den verursachen - sind die Wege fĂŒr Verbraucher vielfach weiter geworden. Die Anzahl der Bankfilialen in Deutschland hat sich von etwa 53.000 im Jahr 2002 auf 21.000 im Jahr 2023 mehr als halbiert. Bei den Geldautomaten ging es bis zum Jahr 2018 zunĂ€chst nach oben auf etwa 59.000 Automaten, seither sinkt die Zahl: Im Jahr 2023 gab es etwa 51.000 Geldautomaten hierzulande.
Bundesweit wohnen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger den jĂŒngsten Bundesbank-Zahlen zufolge im Schnitt 1,4 Kilometer vom nĂ€chstgelegenen Geldautomaten oder Bankschalter entfernt. In stĂ€dtischen Regionen sind es durchschnittlich 1,1 Kilometer, auf dem Land 1,9 Kilometer.
Trotz der vergleichsweise ĂŒberschaubaren Entfernungen empfinden viele den Zugang zu Bargeld als zunehmend schwierig: In Befragungen der Bundesbank hat sich der Anteil derjenigen, die es als ziemlich schwierig oder sehr schwierig empfinden, zu einem Geldautomaten oder Bankschalter zu gelangen, von 6 Prozent im Jahr 2021 auf 15 Prozent im Jahr 2023 mehr als verdoppelt.
Geldabheben beim Einkaufen als Option
FĂŒr viele ist es eine Alternative, beim Bezahlen des Einkaufs an der Ladenkasse Bargeld abzuheben. An 31.289 Standorten ist dieses sogenannte Cashback möglich. Durchschnittlich mĂŒssen Verbraucher 1,7 Kilometer zurĂŒcklegen, um in einen Laden mit einem solchen Angebot zu kommen.
Die Bundesbank betont: Der Bezug von Bargeld an der Ladenkasse sei eine ErgĂ€nzung zu Geldautomaten und Bankschaltern, aber kein Ersatz: "So muss ein GroĂteil der Bargeldauszahlungen an der Ladenkasse zuvor nicht geprĂŒft werden, wodurch nicht mehr umlauffĂ€higes Bargeld ungeprĂŒft weiter zirkulieren kann. DemgegenĂŒber können und mĂŒssen Kreditinstitute die QualitĂ€t und Echtheit von Bargeld verlĂ€sslich prĂŒfen." So können zum Beispiel beschĂ€digte Scheine oder Falschgeld verlĂ€sslich aus dem Verkehr gezogen werden.
Damit die Menschen weiterhin zwischen Bargeld und digitalen Zahlungsmitteln frei wĂ€hlen könnten, mĂŒsse "auch zukĂŒnftig eine intakte Infrastruktur fĂŒr die Bargeldversorgung vorhanden sein", mahnt die Bundesbank.
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