Produktion/Absatz, Wettbewerb

Netzagentur versteigert erneut Windpark-Rechte auf See

07.06.2024 - 17:50:36

Die Bundesnetzagentur versteigert erneut das Recht, in der Nordsee Windparks zu errichten.

Wie die Behörde am Freitag mitteilte, geht es um zwei ausgeschriebene FlĂ€chen, fĂŒr die nach Ende der Gebotsfrist jeweils mehrere Null-Cent-Gebote eingegangen waren. Damit verzichteten die Bieter auf eine Förderung und es werde zum zweiten Mal ein sogenanntes dynamisches Gebotsverfahren erforderlich, hieß es. Der Bieter mit der höchsten Zahlungsbereitschaft fĂŒr eine FlĂ€che erhalte jeweils den Zuschlag.

Auf den beiden FlĂ€chen dĂŒrfen zusammengenommen WindrĂ€der mit einer Gesamtleistung von 2500 Megawatt errichtet werden. Die Windparks auf See ("Offshore") sollen Ende 2031 in Betrieb genommen werden. Zur Einordnung: Ende 2023 waren in Nord- und Ostsee nach Angaben des Energiekonzerns EnBW DE0005220008 WindrĂ€der mit einer Leistung von insgesamt knapp 8500 Megawatt installiert. Bis 2030 sollen es laut Bundesregierung 30 000 Megawatt sein.

Netzagentur-Chef: "Gute Nachricht fĂŒr die Energiewende"

"Die Ergebnisse der Ausschreibung sind eine gute Nachricht fĂŒr die Energiewende in Deutschland", sagte Netzagentur-PrĂ€sident Klaus MĂŒller. Es sei erfreulich, dass die Unternehmen keine Förderung fĂŒr den Ausbau der Offshore-Windenergie benötigten. "Die Null-Cent-Gebote machen deutlich, dass die Offshore-Windenergie wirtschaftlich attraktiv ist."

Bei der ersten derartigen Auktion im vergangenen Jahr war es um vier FlĂ€chen in Nord- und Ostsee gegangen, auf denen insgesamt 7000 Megawatt ErzeugungskapazitĂ€t errichtet werden dĂŒrfen. Jeweils zwei FlĂ€chen gingen damals an die Mineralölkonzerne BP GB0007980591 und Total Energies. Sie zahlen insgesamt 12,6 Milliarden Euro dafĂŒr. Die Inbetriebnahme dieser Windparks ist fĂŒr 2030 vorgesehen.

Erlöse werden Verbraucher bei Stromkosten entlasten

Die Erlöse aus der Auktion fließen laut Bundesnetzagentur vor allem in die Stromkostensenkung sowie zu einem kleineren Anteil in den Meeresnaturschutz und die Förderung einer umweltschonenden Fischerei. "Verbraucherinnen und Verbraucher werden bei den Kosten fĂŒr Offshore-Anbindungsleitungen entlastet", erklĂ€rte MĂŒller.

Das Gebotsverfahren soll am 17. Juni starten und softwaregestĂŒtzt online ablaufen. TĂ€glich sind bis zu 13 Gebotsrunden möglich. Bei der grĂ¶ĂŸeren FlĂ€che (1500 Megawatt) kann in 45-Millionen-Euro-Schritten geboten werden, bei der kleineren (1000 Megawatt) in 30-Millionen-Euro-Schritten.

"Die Dauer der Verfahren und die Höhe der Zuschlagswerte lassen sich nicht prognostizieren", sagte ein Sprecher. Von welchen Unternehmen die Null-Cent-Gebote stammen, wurde zunĂ€chst nicht bekannt. FĂŒr die grĂ¶ĂŸere FlĂ€che gab es neun Interessenten, fĂŒr die kleinere sieben.

@ dpa.de | DE0005220008 PRODUKTION/ABSATZ