ROUNDUP, Regierung

Regierung sieht keine Voraussetzung fĂŒr PalĂ€stina-Anerkennung

22.09.2025 - 14:49:09

Die Bundesregierung beharrt nach der KursÀnderung wichtiger Partner in der Nahostpolitik auf ihrem Nein zur Anerkennung eines palÀstinensischen Staates vor einer Verhandlungslösung.

"Wir haben eine andere Beurteilung des Sachverhalts. Wir haben vielleicht, wenn man so sagen will, eine andere Haltung in diesem Sachverhalt", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin.

Großbritannien, Kanada, Australien und Portugal haben die palĂ€stinensischen Gebiete als Staat anerkannt. Frankreich hat angedeutet, den - zunĂ€chst vor allem symbolischen - Schritt gegen den Willen Israels gehen zu wollen.

Die Regierung von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu schließt einen solchen Staat dagegen aus. "Es wird keinen palĂ€stinensischen Staat westlich des Jordan-Flusses geben", sagte Netanjahu nach Angaben seines BĂŒros vom Sonntag. Westlich des Jordan-Flusses liegen Israel, das Westjordanland und der Gazastreifen.

Haltung der Bundesregierung unverÀndert

Hille sagte, die Haltung der Bundesregierung sei bekannt und weiterhin unverĂ€ndert. "Wir halten eine Anerkennung eines Staates PalĂ€stina fĂŒr einen der abschließenden Schritte auf dem Weg hin zu einer Zweistaaten-Lösung", sagte er.

Die GrĂŒnen beklagen, die Bundesregierung sei unsichtbar in der Frage, wie Hunger und Krieg im Gazastreifen beendet, die Befreiung der israelischen Geiseln gewĂ€hrleistet und eine Zweistaaten-Lösung erreicht werden könne. "Was ist eigentlich Deutschlands Position?", fragte der GrĂŒnen-Vorsitzende, Felix Banaszak. Der Co-Vorsitzende kritisierte auch, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) keine Teilnahme an einer von Frankreich und Saudi-Arabien organisierten Konferenz zur Zweistaaten-Lösung plant.

Zur Frage, ob die Bundesregierung das geplante EU-Sanktionspaket gegen Israel mittrage, verwies der Sprecher auf Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU). Dieser habe gesagt, man schaue sich das Paket an und werde bis zum informellen Rat am 1. Oktober in Kopenhagen eine Position innerhalb der Bundesregierung finden, die die ganze Bundesregierung auch mittrage.

@ dpa.de