Kommission empfiehlt Komplettumbau des Sozialstaats
26.01.2026 - 18:57:08Das geht aus dem 50-seitigen Entwurf fĂŒr "Empfehlungen der Kommission zur Sozialstaatsreform" hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt und ĂŒber den auch "Bild" und die "SĂŒddeutsche Zeitung" berichteten. Die Kommission aus Vertretern von Bundesregierung, LĂ€ndern und kommunalen SpitzenverbĂ€nden schlĂ€gt darin "einen politischen, rechtlichen und auch gesamtgesellschaftlichen Kraftakt" vor.
Sozialleistungen sollen schneller und einfacher zugÀnglich werden. Die "konsequente Digitalisierung" ist als zentraler Hebel vorgesehen. So soll ein zentrales Anlauf- und Service-Portal digitale Antragstellung ermöglichen. "Durch die einheitliche Erfassung von Daten entfÀllt das lÀstige Wiederholen von Angaben bei Behördenwechseln, und die Verfahren werden zum Beispiel durch Pauschalierungen, verlÀngerte Bewilligungsfristen und vereinfachte Nachweisverfahren deutlich schlanker", verspricht das Gremium. Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag auf die Sozialstaatskommission geeinigt.
Ein "umfassendes Reformkonzept fĂŒr die steuerfinanzierten Sozialleistungen" ziele auf spĂŒrbare Erleichterungen fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Zudem soll es den Empfehlungen zufolge den Verwaltungsvollzug deutlich vereinfachen und "einen digitalen Neustart des Sozialstaats" auf den Weg bringen. Auch die öffentlichen Finanzen und der Arbeitsmarkt sollten profitieren.
"SystemÀndernde Reformen"
Zudem soll dem Entwurf zufolge fĂŒr mehr Erwerbsanreize gesorgt werden. Insgesamt legt die Kommission 26 Empfehlungen fĂŒr vier Handlungsfelder vor - auch "systemĂ€ndernde Reformen" fordert sie. Bei der Umsetzung soll aufs Tempo gedrĂŒckt werden. Zahlreiche der MaĂnahmen seien bereits durch Ausschöpfung des geltenden verfassungsrechtlichen Rahmens schnell zu verwirklichen. FĂŒr einige der vorgeschlagenen Lösungswege seien allerdings Ănderungen des Grundgesetzes Voraussetzung. Bund, LĂ€nder und Kommunen rufen die Kommissionsmitglieder zu Entschlossenheit auf, "hier gemeinsam einen Neustart beherzt anzugehen".
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im November im Bundestag ein "neues Sozialstaatsmodell" und "umfassende Entscheidungen" angekĂŒndigt, die fĂŒr Jahre und Jahrzehnte bestandskrĂ€ftig sein sollten.

