Mehr Bewerber bei der Bundeswehr
18.07.2024 - 06:00:06"Es gibt auch immer mehr Menschen, die sich freiwillig melden, gerade weil sie fĂŒr ihr Heimatland Dienst leisten wollen", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius der "Rheinischen Post" aus DĂŒsseldorf und dem Bonner "General-Anzeiger". Der SPD-Politiker nannte auch Zahlen. "Im Vergleich zum Vorjahr haben sich zum Stichtag 8. Juli 15 Prozent mehr Menschen bei uns fĂŒr den militĂ€rischen Dienst beworben."
Um grundsĂ€tzlich mehr Menschen fĂŒr die Truppe zu gewinnen, setzt Pistorius auf ein neues Wehrdienstmodell. Es sieht einen Grundwehrdienst von 6 Monaten mit einer Option fĂŒr einen zusĂ€tzlichen freiwilligen Wehrdienst von bis zu zusĂ€tzlichen 17 Monaten vor. Dazu wird eine verpflichtende Erfassung eingefĂŒhrt, in der junge MĂ€nner ihre Bereitschaft und FĂ€higkeit zu einem Wehrdienst benennen mĂŒssen - junge Frauen können dies freiwillig tun. Aus dem Pool von 400.000 Kandidaten eines Jahrgangs sollen von 2025 an jĂ€hrlich zunĂ€chst 5.000 zusĂ€tzliche Wehrpflichtige, spĂ€ter auch mehr gewonnen werden.
Der Minister will seine PlĂ€ne vorerst ohne eine Ănderung des Grundgesetzes realisieren, die fĂŒr eine allgemeine Dienstpflicht nötig wĂ€re. "Ich sehe nicht, dass wir in dieser Legislaturperiode noch eine GrundgesetzĂ€nderung hinbekommen, auch wenn die Union mitmachen wĂŒrde", sagte der Minister. "Ich brauche aber einen schnellen Einstieg in die Wehrerfassung, weil wir bedroht werden. Deswegen jetzt der Weg mit den MĂ€nnern, schnellstmöglich sollen dann die Frauen hinzukommen", argumentierte Pistorius. Der Gesetzentwurf soll im Herbst fertig sein. Er rechne mit einem Inkrafttreten noch vor der Sommerpause 2025, "vielleicht sogar noch im ersten Quartal".

