CSU erteilt SPD-Plan zu höherer Erbschaftssteuer eine Absage
07.01.2026 - 11:59:34Es handele sich dabei um eine leistungsfeindliche Steuerreform, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann bei der Klausur der CSU-Bundestagsabgeordneten im oberbayerischen Kloster Seeon. "Und wenn ich eben Wachstum und Wirtschaft stĂŒtzen und fördern will, dann muss ich alles tun, was leistungsfreundlich ist und alles vermeiden, was leistungsfeindlich ist." Da die PlĂ€ne der SPD in Richtung einer Erhöhung der Erbschaftssteuer gingen, gebe es "selbstverstĂ€ndlich eine Absage" von der CSU.
SPD will reiche Erben mehr am Gemeinwohl beteiligen
Die SPD hatte zuvor einen Reformentwurf zur Erbschaftsteuer nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts angekĂŒndigt. Dabei sollen "sehr hohe Erbschaften stĂ€rker als bislang besteuert werden", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Matthias Miersch, der "Rheinischen Post". "Reiche Erben mĂŒssen sich mehr am Gemeinwohl beteiligen, das ist eine Frage der Gerechtigkeit. Bislang gibt es viel zu viele Schlupflöcher." Das Verfassungsgericht werde voraussichtlich im ersten Quartal ein Urteil fĂ€llen. Im Koalitionsvertrag von SPD und Union ist keine Erbschaftsteuerreform vereinbart.
Auch aus Wirtschaft kommt Kritik zum SPD-Plan
Auch in der Wirtschaft wurde der Vorschlag der SPD kritisch bewertet: "Solche Ideen, gerade den Mittelstand stĂ€rker zu besteuern, sind natĂŒrlich toxisch fĂŒr ArbeitsplĂ€tze, Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen Deutschlands", sagte die PrĂ€sidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard MĂŒller, in Seeon. In den mittelstĂ€ndischen Unternehmen werde das Geld investiert und in die nĂ€chsten Generationen vererbt, um neue ArbeitsplĂ€tze zu schaffen. "Deshalb sind die VorschlĂ€ge, die dort kommen, nicht ĂŒberzeugend."
CSU fordert schon lange Senkung und Regionalisierung der Steuer
Die CSU verfolgt ihrerseits schon lange einen eigenen Reformplan fĂŒr die Erbschaftsteuer. Im Kern fordert sie eine deutliche Senkung und Regionalisierung der Abgabenregelung. "Der Staat darf sich nicht unverhĂ€ltnismĂ€Ăig an der Lebensleistung von Eltern bereichern, die jahrzehntelang Wohlstand erarbeitet haben, um ihre Kinder und Enkel abzusichern. Wir wollen deshalb die FreibetrĂ€ge bei der Erbschaftsteuer deutlich erhöhen und die Erbschaftsteuer regionalisieren", heiĂt es dazu auch im Positionspapier der CSU, welches auf der Klausur beschlossen werden soll.

