Deutsche Börse legt stÀrker zu als erwartet und bestÀtigt Prognose
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 21:25 Uhr | dpa.de"WÀhrend sich die Handelsvolumina nach dem volatilen MÀrz in einigen Bereichen erwartungsgemÀà normalisiert haben, verzeichnen wir in sechs unserer acht GeschÀftsbereiche teils deutliches Erlöswachstum", sagte Deutsche-Börse-Finanzvorstand Jens Schulte am Mittwochabend laut Mitteilung.
Die Nettoerlöse ohne das zinsabhÀngige sogenannte Treasury-Ergebnis stiegen in den drei Monaten bis Ende Juni um neun Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um zehn Prozent auf 980 Millionen Euro nach oben. Das Unternehmen schnitt damit besser ab, als Experten erwartet hatten. Die Aktie legte auf der Handelsplattform Tradegate nach Bekanntgabe der Zahlen um knapp ein Prozent zu.
Die Prognosen fĂŒr den Nettoerlös und den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ohne das Treasury-Ergebnis wurden bestĂ€tigt. Demnach erwartet der Vorstand um Konzernchef Stephan Leithner weiter Nettoerlöse ohne das Treasury-Ergebnis von 5,7 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 3,1 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr wurden hier Nettoerlöse von 5,2 Milliarden Euro und ein operativer Gewinn ohne Treasury-Ergebnis von 2,7 Milliarden Euro verbucht.
Beim Treasury-Ergebnis ist die Deutsche Börse wegen der Zinserwartungen und höheren Bareinlagen inzwischen etwas optimistischer und rechnet mit einem Wert von mehr als 700 Millionen Euro. Bislang hatte die Deutsche Börse hier mit einem leichten RĂŒckgang auf 700 Millionen Euro gerechnet.
Die Deutsche Börse bietet Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette rund um Finanzmarkttransaktionen an. Diese reichen von der HandelsausfĂŒhrung ĂŒber die Abwicklung bis hin zur Verwahrung von Wertpapieren und der Bereitstellung von Marktdaten sowie Softwarelösungen. Sie baut seit einiger Zeit ihr GeschĂ€ft auĂerhalb der AktienmĂ€rkte stark aus, um unabhĂ€ngiger von den Schwankungen dort zu werden.
Im Februar hatte der Betreiber von Handelsplattformen und Abwicklungssystemen die vollstĂ€ndige Ăbernahme des US-Daten- und Indexanbieters ISS Stoxx fĂŒr 1,1 Milliarden Euro angekĂŒndigt. Dabei kauft die Deutsche Börse, die bereits 80 Prozent der Anteile an dem Unternehmen hĂ€lt, vom Finanzinvestor General Atlantic die ĂŒbrigen 20 Prozent.
Bereits im Januar hatte der Konzern mitgeteilt, die Fondsplattform Allfunds GB00BNTJ3546 fĂŒr etwas mehr als fĂŒnf Milliarden Euro ĂŒbernehmen zu wollen. Dies wĂ€re die gröĂte Ăbernahme in der Geschichte des Unternehmens. Der Vollzug wird allerdings wegen notwendiger aufsichtsrechtlicher Genehmigungen erst fĂŒr 2027 erwartet.
