Ergebnisse, Produktion/Absatz

Telekom steigert Gewinn und hebt Prognose leicht an - Aktie im Plus

15.05.2025 - 09:39:54

Die Deutsche Telekom DE0005557508 hat im ersten Quartal weiter vom Wachstum der US-Tochter profitiert und hebt ihren Gewinnausblick fĂŒr das Gesamtjahr leicht an.

Dabei kam dem Unternehmen auch der in den ersten drei Monaten noch stĂ€rkere Dollar zugute. Der grĂ¶ĂŸte Schub fĂŒr Umsatz und Ergebnis kam wie bei den Bonnern gewohnt aus den USA dank des dort weiter starken Kundenzuwachses. Aber auch im deutschen Mobilfunk konnte die Telekom die Erlöse steigern und damit die Gewinne ausbauen. Im Breitband lief es dagegen abseits des Glasfaserausbaus mit der Zahl der KundenanschlĂŒsse nicht mehr so rund. Die T-Aktie konnte nach ihrer in den vergangenen Wochen mageren Entwicklung am Donnerstag zulegen.

Das Papier gewann rund 0,4 Prozent auf 31,81 Euro. Seit dem Jahreshoch Anfang MĂ€rz bei fast 36 Euro war der Kurs bis auf nur noch 28,45 Euro Anfang April abgerutscht, weil auch defensive Telekomtitel von US-PrĂ€sident Donald Trumps Zollkapriolen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Allerdings hatten Experten am US-amerikanischen Mobilfunkmarkt auch eine wachsende Konkurrenz befĂŒrchtet. Das US-GeschĂ€ft ist mit weitem Abstand der grĂ¶ĂŸte Konzernteil der Telekom und die Aktie steht und fĂ€llt in aller Regel mit dem Abschneiden der US-Tochter.

Analysten attestierten der deutschen Konzernmutter ein robustes Abschneiden. Akhil Dattani von JPMorgan sah allerdings auf dem deutschen Heimatmarkt einige wunde Punkte, darunter den Gesamtumsatz und die Entwicklung im Breitbandsegment. Allerdings sei die Relevanz aus fundamentaler Sicht begrenzt. Die Telekom macht inzwischen mehr als drei Viertel ihres GeschÀfts im Ausland.

In Deutschland ging der Umsatz insgesamt sogar zurĂŒck. Ein Sprecher fĂŒhrte das auf einen sinkenden Erlös mit EndgerĂ€ten wie Smartphones zurĂŒck. Hier ist die Telekom ohnehin nur HĂ€ndler und verdient mit dem GerĂ€teverkauf wenig. Das operative Ergebnis konnte demzufolge in der Bundesrepublik auch weiter spĂŒrbar zulegen, weil die Telekom mit den lukrativeren Serviceerlösen aus dem Mobilfunk weiter vorankam und diese um drei Prozent steigern konnte.

Im BreitbandgeschĂ€ft ging die Zahl der KundenanschlĂŒsse von Ende Dezember bis Ende MĂ€rz leicht zurĂŒck, obwohl die Telekom die GlasfaseranschlĂŒsse deutlich ausbaute. Das Unternehmen konzentriere sich im Markt derzeit auf die werthaltigeren VertrĂ€ge, sagte ein Sprecher. Im Markt mit DSL-Internet-ZugĂ€ngen herrscht dagegen aktuell ein starker Wettbewerb, in den die Telekom nicht in großem Stil mit Rabatten bei eigenen VertrĂ€gen einsteigen will.

In der Europasparte sowie bei der Großkunden-IT-Tochter T-Systems stiegen Umsatz und Ergebnis im Jahresvergleich jeweils an. T-Systems verzeichnete 17 Prozent höhere AuftragseingĂ€nge als ein Jahr zuvor.

Im Gesamtkonzern stieg auch dank des im ersten Quartal noch stÀrkeren Dollar der Umsatz um 6,5 Prozent auf 29,8 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte sowie Zu- und VerkÀufe von Unternehmensteilen zog der Erlös dabei um 3,8 Prozent an.

Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda AL) stieg um 7,9 Prozent auf knapp 11,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich sorgten vor allem Sondereffekte fĂŒr den ĂŒberproportionalen Anstieg des Gewinns um 43,5 Prozent auf gut 2,8 Milliarden Euro.

"Unsere Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Richtung stimmt weiterhin", sagte Vorstandschef Tim Höttges laut Mitteilung. "Trotz eines herausfordernden Umfelds beweisen wir einmal mehr WiderstandsfÀhigkeit."

Beim operativen Ergebnis erwartet Höttges nun auf Basis konstanter Wechselkurse aus dem Vorjahr (1,08 Dollar je Euro) einen Wert von rund 45,0 Milliarden Euro, beim freien Mittelzufluss (Free Cashflow AL) von rund 20,0 Milliarden Euro. Das sind jeweils 100 Millionen mehr als bisher. Grund ist, dass die US-Tochter ihre Prognose zuvor bereits auch wegen ZukÀufen leicht erhöht hatte.

@ dpa.de | DE0005557508 ERGEBNISSE