Bundesbank, Konjunktur

Bundesbank pessimistischer fĂŒr Konjunktur im Sommer

16.10.2025 - 12:12:27

Die deutsche Wirtschaft kann sich nach EinschÀtzung der Bundesbank auch im dritten Quartal nicht aus ihrer Krise befreien.

Das Bruttoinlandsprodukt dĂŒrfte im Sommer preisbereinigt "allenfalls stagniert" haben, schreibt die Notenbank am Donnerstag in ihrem Monatsbericht. Damit fĂ€llt die Sicht der Bundesbank wieder trĂŒber aus: Noch im September hatte sie ein leichtes Wirtschaftswachstum fĂŒr möglich gehalten. "Deutsche Wirtschaft kann sich nicht aus der SchwĂ€chephase lösen", heißt es im Bericht.

Grund fĂŒr den Pessimismus sind die SchwĂ€che der Industrie, die Krise der Autobranche und die Handelspolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump. "Die Industrie leidet weiterhin nicht nur unter strukturellen Problemen, sondern auch unter den angehobenen US-Zöllen", so die Bundesbank. "Produktion, reale UmsĂ€tze und reale Warenexporte gingen zuletzt zurĂŒck." Das gelte nun auch fĂŒr die AuftragseingĂ€nge in der Industrie, wo sich die Nachfrage aus dem Ausland eingetrĂŒbt habe.

Im August sei die Industrieproduktion nach einem starken Juli gefallen, besonders in der Autobranche. WĂ€hrend die Erholung am Bau auf sich warten lasse, hielten sich Verbraucher mit Ausgaben zurĂŒck. Der Arbeitsmarkt halte sich dagegen recht robust. Allerdings sieht die Bundesbank einen Hoffnungsschimmer: Konjunkturdaten des Ifo-Instituts deuten auf eine etwas robustere Industriekonjunktur zum Jahresende hin.

2025 höchstens Mini-Wachstum erwartet

Die deutsche Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt zum Vorquartal um 0,3 Prozent geschrumpft. Zu Jahresbeginn hatte es noch ein Plus von 0,3 Prozent gegeben - weil aus Angst vor Trumps Zolldrohungen GeschÀfte vorgezogen worden waren.

Im Gesamtjahr könnte Europas grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft knapp am dritten Jahr ohne Wachstum vorbeischrammen: FĂŒhrende Ökonomen rechnen mit einem Mini-Wachstum. 2026 dĂŒrfte die deutsche Wirtschaft dann deutlich zulegen, nicht zuletzt wegen der Milliarden-Ausgaben fĂŒr Infrastruktur und Verteidigung.

@ dpa.de