Bundesbank, Verhaltenes

Bundesbank: Verhaltenes Wachstum im ersten Quartal

22.01.2026 - 12:10:34

Die deutsche Wirtschaft wird nach EinschÀtzung der Bundesbank 2026 nur langsam Fahrt aufnehmen.

Die zuletzt wieder etwas pessimistischeren Erwartungen der Unternehmen sprĂ€chen dafĂŒr, "dass die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal des laufenden Jahres nur verhalten zulegen dĂŒrfte", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht der Notenbank.

Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaft nach vorlĂ€ufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,2 Prozent gewachsen. Damit schrammte Europas grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft knapp am dritten Jahr ohne Wachstum vorbei. FĂŒr das Schlussquartal 2025 gehen die Statistiker in einer ersten SchĂ€tzung ebenfalls davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zugelegt hat.

Industrie hat sich gefangen - positive Impulse vom privaten Konsum

Nach EinschĂ€tzung der Bundesbank dĂŒrfte sich die Industrie zum Jahresende wieder gefangen haben. Trotz der Belastung durch höhere US-Zölle sei die Nachfrage aus dem Ausland "in der Tendenz aufwĂ€rts gerichtet". Im Inland sorgten AuftrĂ€ge fĂŒr MilitĂ€rausrĂŒstungen fĂŒr wieder bessere GeschĂ€fte.

Positive Impulse im Schlussquartal erwarten die Bundesbank-Ökonomen zudem vom privaten Konsum: "Die krĂ€ftig gestiegenen Löhne schufen Spielraum fĂŒr zusĂ€tzliche Konsumausgaben."

Bundesbank mahnt: ZusÀtzliche Milliarden sinnvoll investieren

Im laufenden Jahr dĂŒrften staatliche Milliardenausgaben fĂŒr Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie fĂŒr Verteidigung fĂŒr Auftrieb sorgen. Einen spĂŒrbaren Aufschwung erwarten viele Volkswirte allerdings erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat dank der Lockerung der Schuldenbremse in die Hand nehmen will, ihre volle Wirkung entfalten.

Die Bundesbank mahnte erneut, die zusĂ€tzlichen Milliarden "zielgenau und wirtschaftlich einzusetzen" und keine Haushaltslöcher damit zu stopfen: "Das neue Sondervermögen bietet eine gute Chance, die staatliche Infrastruktur zu modernisieren. Bund, LĂ€nder und Gemeinden planen hingegen derzeit, mit den Mitteln zu einem erheblichen Teil letztlich FinanzierungslĂŒcken bei nicht investiven Vorhaben zu schließen."

@ dpa.de