ING, GeschÀft

ING: GeschÀft mit Stammkunden statt Tagesgeld-Lockangebote

28.05.2026 - 12:07:25 | dpa.de

Die Direktbank ING NL0011821202 lÀsst sich von Lockangeboten der Konkurrenz nicht zu höheren Tagesgeldzinsen drÀngen.

NatĂŒrlich wolle sein Haus die Zahl von gut zehn Millionen Kunden weiter steigern, sagte ING-Deutschland-Chef Lars Stoy am Mittwochabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Dies allerdings "nicht um jeden Preis", nicht jede Aktion sei sinnvoll.

Da Zinshopper nach Lockaktionen Gelder oft schnell wieder umschichten, setzt die ING Deutschland seit einiger Zeit intensiver auf Angebote fĂŒr bestimmte Zielgruppen. So wurden zum Beispiel Kunden, die Geld vom Tagesgeldkonto abzogen, höhere Zinsen angeboten, um Gelder zu halten oder zurĂŒckzuholen.

Wachsende Konkurrenz um Sparkunden in Deutschland

Erste Banken locken Neukunden mit vier Prozent Zinsen aufs Tagesgeld - zumindest fĂŒr einige Monate: Die US-Großbank JPMorgan US46625H1005 Chase mit ihrer digitalen Privatkundenbank Chase legte vor, die zum Deutsche-Bank-Konzern gehörende Norisbank zog nach. Auch Online-Broker wie Trade Republic machen etablierten Banken zunehmend Konkurrenz. Die ING bietet neuen Tagesgeldkunden derzeit 3,2 Prozent Zinsen fĂŒr vier Monate.

Mehr GeschÀft mit bestehender Kundschaft - auch dank KI

Nach Möglichkeit will die ING mehr GeschĂ€ft mit denjenigen machen, die schon Kunde bei dem Institut sind. KĂŒnstliche Intelligenz (KI) soll Beratung und Produkte besser machen. Mehr als die HĂ€lfte (54 Prozent) von 2.022 Erwachsenen, die YouGov im Auftrag der ING reprĂ€sentativ befragt hat, können sich eine rein digitale, KI-gestĂŒtzte Beratung vorstellen. Stoy sagte, KI könne fĂŒr die ING "der entscheidende Hebel sein, unsere zehn Millionen Kundinnen und Kunden noch besser, aktiver und personalisierter zu adressieren".

Stoy betonte zugleich: "Wir haben genug FlexibilitĂ€t, auf Marktgegebenheiten zu reagieren." Die 100-Prozent-Tochter der niederlĂ€ndischen Großbank ING, die ĂŒber Jahre mit Zinsaktionen in Deutschland groß geworden ist, sehe sich "nicht limitiert im Wachstum durch Kampagnen". Als Bank mĂŒsse man sich aber gut ĂŒberlegen, ob man Kunden anziehen möchte, die schnell die Bank wechseln, wenn es anderswo bessere Konditionen gibt.

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