DGICA, US25490K1060

Die DM-Aktie bleibt nach dem Zusammenschluss mit Nano Dimension im Fokus der Anleger

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 05:50 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die DM-Aktie steht nach der Übernahme durch Nano Dimension und dem Delisting von der NYSE im Mittelpunkt. Anleger blicken vor allem auf die jüngsten Quartalszahlen von Desktop Metal und die weitere Integration in den 3D-Druck-Konzern.

DGICA, US25490K1060, Illustration mit AI erstellt.
DGICA, US25490K1060, Illustration mit AI erstellt.

Die DM-Aktie des 3D-Druck-Spezialisten Desktop Metal (ISIN US25490K1060) hat nach der Übernahme durch Nano Dimension und dem darauf folgenden Delisting von der New York Stock Exchange eine Zäsur erlebt. Im Zuge der Transaktion bewertete Nano Dimension Desktop Metal Unternehmensangaben zufolge mit rund 183 Millionen US-Dollar, was gegenüber einer früheren Marktkapitalisierung von etwa 3,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 einen drastischen Rückgang widerspiegelt. Für Anleger rücken damit die operativen Kennzahlen aus den jüngsten Quartalen und die Perspektiven innerhalb des neuen Konzerns in den Mittelpunkt.

Umsatzentwicklung und Margen unter Druck

Desktop Metal ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, musste aber im klassischen 3D-Druck-Zyklus deutliche Anpassungen vornehmen. Laut Unternehmensangaben erzielte Desktop Metal im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von rund 190 Millionen US-Dollar und blieb damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahresumsatzes von rund 209 Millionen US-Dollar, was einem leichten Rückgang entspricht. Damit wurde das frühere Wachstumsniveau, als der Umsatz im Jahr 2021 noch bei rund 112 Millionen US-Dollar gelegen hatte, zwar deutlich übertroffen, gleichzeitig blieb die Dynamik hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

Auf der Ergebnisebene zeigte sich das anspruchsvolle Umfeld noch klarer. Desktop Metal verbuchte 2023 einen Nettoverlust in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe, nachdem bereits 2022 ein hoher Fehlbetrag ausgewiesen worden war. Die Bruttomarge wurde durch hohe Materialkosten, Integrationsaufwendungen und Impairments belastet, was die ursprüngliche Profitabilitätsplanung weiter nach hinten verschiebt. Für Anleger ist insbesondere relevant, wie schnell Nano Dimension Synergien realisieren und die Kostenbasis der übernommenen Aktivitäten senken kann.

Quartalszahlen und Vergleich zum Vorjahr

Im letzten vor der Übernahme vollständig veröffentlichten Quartal zeigte sich die operative Entwicklung trotz des strukturellen Gegenwinds vergleichsweise stabil. Desktop Metal meldete für ein Quartal 2023 einen Umsatz im Bereich von rund 40 bis 45 Millionen US-Dollar und verfehlte damit nur leicht das Vorjahresniveau, das im gleichen Zeitraum bei etwa 50 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Dieser Rückgang um rund 10 bis 20 Prozent verdeutlicht, dass sich die Nachfrage nach additiven Fertigungslösungen in einigen Kundensegmenten abgekühlt hat, während andere Branchen wie Automobil und Medizintechnik weiterhin Budget für 3D-Druck-Projekte bereitstellten.

Beim bereinigten EBITDA verzeichnete Desktop Metal ebenfalls eine deutliche Delle. Während in einem Quartal 2022 noch ein bereinigter EBITDA-Verlust von rund 30 Millionen US-Dollar verbucht wurde, lag der Vergleichswert in einem Quartal 2023 näher an 20 Millionen US-Dollar. Auch wenn der Konzern damit den Verlust in absoluten Zahlen verringern konnte, zeigt der Vergleich, dass weiterhin erhebliche Anstrengungen für einen nachhaltigen Break-even notwendig sind. Für Anleger zählt jetzt vor allem, ob Nano Dimension den eingeschlagenen Pfad fortsetzt und durch Kostensenkungen die Profitabilität früher erreicht als Stand-alone.

Bewertung, Kursverlauf und Delisting-Effekt

Der Kursverlauf der DM-Aktie spiegelt die schwierige Gemengelage wider. Seit dem Höhepunkt der Marktkapitalisierung von rund 3,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 hat der Börsenwert von Desktop Metal bis zur Übernahme durch Nano Dimension auf etwa 183 Millionen US-Dollar deutlich nachgegeben. Dies entspricht einem Rückgang von über 90 Prozent und ist ein Beispiel dafür, wie stark die Bewertungen im 3D-Druck-Sektor nach dem Boom der Jahre 2020 und 2021 korrigiert wurden.

Mit dem Vollzug der Transaktion wurde die ursprüngliche Desktop-Metal-Aktie von der New York Stock Exchange genommen. Die bisherige DM-Aktie ist damit für Privatanleger nicht mehr wie gewohnt an der NYSE handelbar, sondern geht in der Struktur von Nano Dimension auf. Für deutschsprachige Investoren ist deshalb insbesondere relevant, wie sich der kombinierte Konzern an den Heimatbörsen von Nano Dimension entwickelt und welche Rolle die übernommenen Desktop-Metal-Aktivitäten künftig in der strategischen Ausrichtung spielen.

Integration in Nano Dimension und strategische Perspektive

Der Zusammenschluss von Desktop Metal und Nano Dimension zielt darauf ab, ein umfangreiches Portfolio an additiven Fertigungstechnologien unter einem Dach zu vereinen. Desktop Metal bringt eine breite Palette an Metall- und Polymer-3D-Drucksystemen sowie zugehörige Software- und Servicelösungen ein, während Nano Dimension bisher vor allem mit Lösungen im Bereich gedruckter Elektronik und industrieller 3D-Drucksysteme aktiv war. Die Kombination soll Skaleneffekte bei Forschung und Entwicklung, Produktion und Vertrieb ermöglichen und mittelfristig höhere Margen ermöglichen.

In den veröffentlichten Unternehmensunterlagen wurden Synergiepotenziale in signifikanter Höhe genannt, die insbesondere aus der Konsolidierung von Standorten, der Optimierung der Lieferkette und dem gemeinsamen Vertrieb erwachsen sollen. Konkrete Zahlen zu erwarteten jährlichen Einsparungen wurden im Rahmen der Transaktion zwar vorsichtig formuliert, die Größenordnung bewegt sich jedoch klar im zweistelligen Millionenbereich. Für Investoren wird entscheidend sein, ob diese Einsparziele innerhalb von zwei bis drei Jahren erreicht werden und ob die kombinierte Plattform zusätzliche Umsatzimpulse im Bereich der Serienfertigung mit 3D-Druck generieren kann.

Produktportfolio: Metall-3D-Druck als Kern

Ein zentrales Produktfeld von Desktop Metal ist der industrielle Metall-3D-Druck für die Serienfertigung. Das Unternehmen bietet Systeme an, die Metallpulver statt klassischer Fräs- oder Gussverfahren einsetzen und damit insbesondere bei komplexen Geometrien und kleinen bis mittleren Losgrößen Vorteile bringen. Diese Systeme werden typischerweise in der Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, im Maschinenbau und in der Medizintechnik eingesetzt, wo leichtere, stabilere oder funktionsintegrierte Bauteile gefragt sind.

Der adressierte Markt für Metall-3D-Druck wird in Branchenstudien auf mehrere Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt und wächst mit zweistelligen Raten. Desktop Metal positioniert sich mit seinen Systemen als Anbieter, der hohe Produktivität, reproduzierbare Qualität und integrierte Softwarelösungen für die Produktionsüberwachung kombiniert. Für den neuen Eigentümer Nano Dimension ist diese Kompetenz wichtig, um über den bisherigen Schwerpunkt auf gedruckter Elektronik hinaus ein breiteres Portfolio in der additiven Fertigung zu etablieren.

Einordnung für Anleger und Blick auf die Aktie

Für Anleger, die die frühere DM-Aktie von Desktop Metal gehalten haben, ist die Situation nach der Übernahme und dem Delisting in erster Linie eine Frage der weiteren Strategie von Nano Dimension. Der starke Rückgang der Bewertung von 3,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf rund 183 Millionen US-Dollar im Zuge der Transaktion unterstreicht, wie anspruchsvoll der Weg vom Wachstumsversprechen zur nachhaltigen Profitabilität im 3D-Druck-Geschäft ist. Gleichzeitig zeigt die Integration in einen größeren Konzern, dass die Technologieplattform und das Kundenportfolio von Desktop Metal einen strategischen Wert behalten.

Im Zentrum steht nun die Frage, ob der kombinierte Konzern die Umsatzbasis aus dem Jahr 2023 von rund 190 Millionen US-Dollar ausbauen und die Verluste im Vergleich zu den hohen Fehlbeträgen der Vorjahre deutlich reduzieren kann. Gelingt es, aus den heutigen Verlusten von mehreren Dutzend Millionen US-Dollar pro Jahr in absehbarer Zeit in die Gewinnzone zu drehen, hätte dies unmittelbaren Einfluss auf die Bewertung des integrierten Geschäfts. Für institutionelle wie private Investoren bleibt der 3D-Druck-Sektor damit ein Feld mit erheblichen Chancen, aber auch mit klaren Risiken.

Faktenbox zur DM-Aktie

Die frühere DM-Aktie von Desktop Metal war an der New York Stock Exchange gelistet und wurde in US-Dollar gehandelt. Mit der Übernahme durch Nano Dimension und dem anschließenden Delisting hat sich die Handelbarkeit dieses Einzelwerts grundlegend verändert. Statt auf einen eigenständigen Kursverlauf der DM-Aktie zu blicken, orientieren sich Anleger nun an den Kursen und Kennzahlen des übernehmenden Unternehmens und dessen konsolidierten Finanzberichten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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