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Frankfurt Schluss: Stärkster Dax-Tag seit 2022 dank Waffenruhe

08.04.2026 - 17:49:45 | dpa.de

Die Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg hat bei den Anlegern am Mittwoch weltweit für enorme Erleichterung gesorgt - vor allem dank des massiven Einbruchs der Ölpreise.

Börsianer sprachen von einem "Geschenk von Pakistan". Das Nachbarland des Iran hatte eine sofortige Waffenruhe vermittelt.

Daraufhin sackten die Ölpreise prozentual zweistellig ab. Sie sind derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel zeitweise unter 91 US-Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit Mitte März.

Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormus nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Allerdings erwägt das Land nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars zufolge, aus der vereinbarten zweiwöchige Feuerpause mit den USA auszusteigen. Hintergrund seien die anhaltenden israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon.

Der Dax DE0008469008 schnellte um 5,06 Prozent auf 24.080,63 Punkte hoch. Es war der größte Tagesgewinn seit 2022. Gemessen am bisherigen Jahrestief von Ende März hat der deutsche Leitindex damit knapp zwei Drittel seines Kursrutsches wegen des Iran-Kriegs wieder wettgemacht. Der MDax DE0008467416 zog um 5,43 Prozent auf 30.295,08 Zähler an.

"An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.

Der EuroStoxx EU0009658145 stieg am Dienstag um 4,97 Prozent auf 5.913,37 Punkte. In Zürich zogen der SMI CH0009980894 und in London der FTSE 100 GB0001383545 um jeweils 2,5 Prozent an. In den USA lag der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Handelsschluss mit 2,3 Prozent im Plus.

Am deutschen Aktienmarkt waren die Papiere solcher Unternehmen gefragt, die stark von der Konjunktur abhängen. So gewannen im Dax die Titel des Industriekonzerns Siemens DE0007236101, des Chipherstellers Infineon DE0006231004 und des Energietechnikkonzerns Siemens Energy DE000ENER6Y0 zehn bis knapp zwölf Prozent.

Die Anteilscheine des Stahlkonzerns Salzgitter DE0006202005 schnellten um gut 15 Prozent nach oben. Sie haben gleichwohl ihre Verluste seit Kriegsbeginn Ende Februar noch nicht aufgeholt.

Die Kurse der Bioethanol-Produzenten Verbio DE000A0JL9W6 und Südzucker DE0007297004 büßten 16,2 respektive 4,2 Prozent ein. Sie hatten zuletzt stark vom hohen Ölpreis profitiert, der alternative Treibstoffe wie Biodiesel in den Fokus gerückt hatte.

Aktien von Redcare Pharmacy NL0012044747 stiegen im MDax nach der Vorlage von Geschäftszahlen um fast 9 Prozent. Der Experte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sprach von einem insgesamt "konstruktiven Start" ins Jahr für die Online-Apotheke./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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