Deutsche Bank glaubt trotz Gewinneinbruch an Renditeziel - Kursrutsch
30.01.2025 - 08:32:17Vor Steuern verdiente der Dax-Konzern DE0008469008 knapp 5,3 Milliarden Euro und damit sieben Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie er am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das war weniger als von Analysten erwartet. Der auf die Anteilseigner entfallende Ăberschuss brach sogar um 36 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro ein, nachdem die Bank im Vorjahr von einem milliardenschweren Steuereffekt profitiert hatte.
Diesmal schlugen zusĂ€tzlich Rechtsrisiken in Polen negativ zu Buche. So legte die Bank nach Angaben vom Dezember etwa 300 Millionen Euro zurĂŒck.
Die AktionĂ€re der Deutschen Bank sollen unterdessen nicht darben. So will die Bank die Dividende von 45 Cent auf 68 Cent je Aktie anheben. Zudem stellte das Management einen weiteren AktienrĂŒckkauf ĂŒber 750 Millionen Euro in Aussicht.
Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten zunÀchst schlecht an. Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate verlor die Deutsche-Bank-Aktie im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vorabend rund 4 Prozent an Wert.
Vorstandschef Christian Sewing zeigte sich unterdessen zuversichtlich, dass die Bank ihre Rendite auf das materielle Eigenkapital 2025 wie geplant auf mehr als 10 Prozent steigert. Im vergangenen Jahr lag sie mit 4,7 Prozent nicht einmal halb so hoch. Die ErtrÀge sollen im laufenden Jahr weiterhin auf rund 32 Milliarden Euro wachsen.
Nicht ganz halten kann der Vorstand hingegen seine PlÀne zur Kostensenkung. Bisher sollten die Kosten im Jahr 2025 weniger als 62,5 Prozent der ErtrÀge aufzehren. Jetzt sollen es nur noch weniger als 65 Prozent sein. Im vergangenen Jahr verschlechterte sich die Kosten-Ertrags-Relation wegen der Sonderbelastungen sogar von 75 auf 76 Prozent.
Abseits der Sonderbelastungen lief es fĂŒr die Deutsche Bank 2024 allerdings gar nicht schlecht. Zwar legte sie gut 1,8 Milliarden Euro fĂŒr drohende KreditausfĂ€lle zurĂŒck und damit rund 300 Millionen mehr als im Vorjahr. Allerdings wuchsen die ErtrĂ€ge um 1,2 Milliarden auf 30,1 Milliarden Euro und machten die höhere Risikovorsorge mehr als wett.
WĂ€hrend der Vorsteuergewinn der hauseigenen Unternehmensbank 2024 um mehr als ein Viertel auf 2,1 Milliarden Euro einbrach, ging es in den ĂŒbrigen Sparten teils krĂ€ftig aufwĂ€rts. So verdiente die Investmentbank mit gut 3,3 Milliarden Euro fast 80 Prozent mehr als im Vorjahr, und die Privatkundenbank einschlieĂlich der Postbank steigerte ihr Ergebnis um 16 Prozent. Die Fondstochter DWS steuerte 60 Prozent mehr bei als noch 2023.
Aufgezehrt wurden die ZuwĂ€chse von der EntschĂ€digung fĂŒr frĂŒhere AktionĂ€re der Postbank. DafĂŒr legte die Deutsche Bank im vergangenen Jahr letztlich 900 Millionen Euro zurĂŒck. FrĂŒhere Postbank-AktionĂ€re hatten darauf geklagt, dass die Deutsche Bank ihnen einen höheren Preis fĂŒr ihre Anteile hĂ€tte zahlen mĂŒssen. Denn sie habe schon vor der MehrheitsĂŒbernahme der Postbank faktisch die Kontrolle ĂŒber das Bonner Institut gehabt. Das Oberlandesgericht Köln gab ihnen letztlich in vollem Umfang Recht.

