Erste Hafen-Tarifrunde endet ohne Einigung
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 19:07 Uhr | dpa.de"Das Angebot der Arbeitgeber bleibt weit hinter dem zurĂŒck, was die Kolleginnen und Kollegen angesichts ihrer enormen Belastung und ihrer zentralen Rolle fĂŒr die LeistungsfĂ€higkeit der deutschen SeehĂ€fen verdienen", erklĂ€rten die Verdi-VerhandlungsfĂŒhrerinnen Sylvi Krisch und Francisca Bier.
"Wer die LeistungsfĂ€higkeit der deutschen SeehĂ€fen sichern will, muss die Menschen stĂ€rken, die sie tagtĂ€glich am Laufen halten", betonte Krisch. Dazu gehöre zwingend eine deutliche Verbesserung der Einkommen - insbesondere fĂŒr die unteren Entgeltgruppen. Die GesprĂ€che sollen am 5. und 6. August in Bremerhaven fortgesetzt werden.
Die Gewerkschaft Verdi fordert 8,2 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 2,50 Euro mehr pro Stunde. Sie verweist auf die Steigerungen beim Containerumschlag, die den Hafenbetrieben zugutegekommen seien. Zugleich hÀtten weitere Kostensteigerungen die Kaufkraft der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter geschmÀlert.
Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) gab sich mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen zurĂŒckhaltend. "Der ZDS möchte an die Lohnrunde im vergangenen Jahr anknĂŒpfen, um die StabilitĂ€t und VerlĂ€sslichkeit der deutschen SeehĂ€fen sicherzustellen", hieĂ es in einem Statement der Arbeitgeberseite vorab.
Schnelle Einigung? Sonst drohen Warnstreiks
Im vergangenen Jahr hatte sich die Tarifparteien bereits nach zwei Verhandlungstagen mehr oder weniger gerĂ€uschlos unter anderem auf eine Anhebung der Stundenlöhne um 3,1 Prozent geeinigt. AuĂerdem gab es - je nach Art des Betriebes - Einmalzahlungen von 1.800 oder 1.200 Euro. Als Laufzeit waren zwölf Monate vereinbart worden.
Doch nicht immer verliefen die Verhandlungen so harmonisch: 2022 und 2024 brauchte es mit neun beziehungsweise zehn Verhandlungsrunden deutlich lÀnger und es gab teils tagelange Warnstreiks.
