Produktion/Absatz, Wettbewerb

EU verhÀngt 460-Millionen-Kartellstrafe gegen Autobauer

01.04.2025 - 18:55:16

Die EU-Kommission hat eine Kartellstrafe in Höhe von rund 460 Millionen Euro gegen zahlreiche Autobauer verhÀngt.

Sie haben sich jahrelang an einem Kartell beteiligt, wie die EU-Kommission mitteilte. WÀhrend VW DE0007664039 mit rund 127 Millionen Euro die höchste Strafe zahlen muss, trifft es BMW DE0005190003 mit einer Strafhöhe von rund 25 Millionen Euro. Mercedes-Benz DE0007100000 hatte das Kartell laut Kommission offengelegt und bekommt deswegen keine Strafe. Eigentlich wÀren rund 35 Millionen fÀllig geworden.

Konkret geht es um FĂ€lle zwischen 2002 und 2017. Der Branchenverband Acea und 16 große Autohersteller haben den Angaben zufolge wettbewerbswidrige Vereinbarungen getroffen. Dabei hĂ€tten sie rechtswidrige Absprachen getroffen, wonach Unternehmen beispielsweise nicht fĂŒr die Zerlegung von Altfahrzeugen bezahlt werden sollten. Die Autobauer hĂ€tten zudem ihre individuellen Vereinbarungen mit Autodemontagebetrieben untereinander ausgetauscht und ihr Verhalten koordiniert.

Zudem hĂ€tten sie vereinbart, nicht damit zu werben, wie gut ihre Autos recycelt werden könnten, sodass Verbraucher diese Infos bei der Wahl eines Fahrzeugs nicht berĂŒcksichtigen konnten. So sollte Druck auf die Unternehmen verringert werden, ĂŒber die gesetzlichen Anforderungen hinauszugehen.

Zahlreiche Hersteller betroffen

VW teilte mit: "Die Volkswagen DE0007664039 AG nimmt die heutige Entscheidung der EuropÀischen Kommission zur Kenntnis." Das Unternehmen habe wÀhrend der gesamten Untersuchung uneingeschrÀnkt mit der Kommission zusammengearbeitet.

Neben den großen deutschen Herstellern treffen die Strafen auch zahlreiche weitere. So muss die Opel-Mutter Stellantis NL00150001Q9 beispielsweise knapp 75 Millionen zahlen, Opel selbst knapp 25 Millionen. Eigentlich hĂ€tten die Strafen doppelt so hoch ausfallen sollen, ihnen wurde aber Rabatt gewĂ€hrt, weil sie mit der EU-Kommission zusammengearbeitet haben. Allen Beteiligten wurde laut Kommission zehn Prozent der Geldbußen erlassen, da sie ihre Beteiligung an dem Kartell und ihre Haftung anerkannt hĂ€tten.

Strafen im zweistelligen Millionenbereich mussten unter anderem auch Ford US3453708600 (mehr als 40 Millionen) und Toyota JP3633400001 (knapp 24 Millionen) zahlen. Zudem muss der Lobbyverband Acea eine Strafe von 500.000 Euro zahlen. Die Untersuchung habe ergeben, dass Acea das Kartell förderte, indem der Verband zahlreiche Treffen und Kontakte zwischen den beteiligten Herstellern organisiert habe.

Auch Großbritannien verhĂ€ngt Strafen

Auch die britische Wettbewerbsbehörde verhÀngte Strafen von insgesamt mehr als 77 Millionen Pfund (etwa 93 Millionen Euro). Zu den belangten Autobauern zÀhlen auch hier BMW und VW, wie aus einer Mitteilung der Competition and Markets Authority hervorgeht. Mercedes-Benz wurde auch hier ausgenommen von einer Strafe.

@ dpa.de | DE0005190003 PRODUKTION/ABSATZ