Wettbewerb, EUC

Autolobby will von der Leyens Klima-Prestigeprojekt verÀndern

16.01.2025 - 16:51:35 | dpa.de

Die europĂ€ische Autolobby fordert eine deutliche Änderung des Klima-Prestigeprojekts von EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen.

"Der europÀische Green Deal muss einem RealitÀtscheck und einer Neuausrichtung unterzogen werden", sagte Ola KÀllenius, neuer PrÀsident des europÀischen Autoverbands Acea und Chef von Mercedes-Benz DE0007100000. Konkreter wurde KÀllenius nicht.

Das Gesetzespaket mĂŒsse flexibler werden, damit die Autoindustrie klimafreundlicher werde, fĂŒgte er hinzu. KĂ€llenius machte klar, dass sich die EU-Automobilindustrie weiter zu den EU-Klimazielen bekenne. Mit dem Gesetzespaket Green Deal ist das Vorhaben verbunden, dass die EU bis 2050 klimaneutral wird.

Schon elf Tage nach ihrem Amtsantritt 2019 hatte von der Leyen den Green Deal angekĂŒndigt. Die Deutsche verglich die nötigen Anstrengungen mit dem US-Programm fĂŒr die Mondlandung in den 1960er Jahren und sprach von einem "Mann-auf-dem-Mond-Moment" fĂŒr Europa.

Autoindustrie sieht Klimastrafen kritisch

KĂ€llenius Ă€ußerte sich beim offiziellen Beginn seiner PrĂ€sidentschaft in BrĂŒssel kritisch ĂŒber mögliche EU-Klimastrafen fĂŒr Autobauer und forderte Anpassungen. "Wir brauchen eine klare Vorstellung der EuropĂ€ischen Kommission von den CO2-Zielen fĂŒr Pkw und Transporter im Jahr 2025 und in den Folgejahren", so der Firmenchef.

Nach derzeitiger EU-Gesetzeslage drohen ab diesem Jahr hohe Geldbußen fĂŒr Autohersteller wegen strengerer Grenzwerte - sogenannte Flottengrenzwerte. FĂŒr zu viel ausgestoßenes CO2 mĂŒssen die ohnehin schon angeschlagenen Hersteller Strafe zahlen, möglicherweise in Milliardenhöhe. Die Klimastrafen drohen vor allem, weil weniger Elektroautos produziert und verkauft werden als angenommen wurde. Die Autoindustrie drĂ€ngt in dem Zusammenhang schon lĂ€nger darauf, dass etwa die Ladeinfrastruktur in der EU drastisch ausgebaut werden muss, um E-MobilitĂ€t attraktiver zu machen.

Konkrete Forderungen zur Anpassung der Klimastrafen Ă€ußerte KĂ€llenius nicht. Im GesprĂ€ch mit Journalisten sagte er, auch wenn es eine Reihe von Ideen gebe, wolle man einen angekĂŒndigten Dialog offen, konstruktiv und positiv fĂŒhren. Von der Leyen hatte angekĂŒndigt, noch in diesem Monat mit Autoherstellern, Gewerkschaften und IndustrieverbĂ€nden einen Dialog zur Zukunft der Autoindustrie zu beginnen.

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