EU-Kommission will Defizitverfahren gegen Finnland starten
25.11.2025 - 15:43:00Das Land weise ein ĂŒbermĂ€Ăiges Defizit auf, teilte die fĂŒr die Einhaltung von EU-Schuldenregeln zustĂ€ndige BrĂŒsseler Behörde mit. Ziel sogenannter Defizitverfahren ist es, Staaten zu solider HaushaltsfĂŒhrung zu bringen.
Voriges Jahr habe das staatliche Defizit des nordeuropĂ€ischen Landes bei mehr als 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung und damit ĂŒber der EU-Obergrenze gelegen. Nach Angaben der Kommission wird erwartet, dass das Defizit Helsinkis voraussichtlich bis 2025 auf 4,5 Prozent steigt, bevor es 2026 leicht auf 4,0 Prozent und 2027 auf 3,9 Prozent zurĂŒckgeht.
Die Neuverschuldung lasse sich nur teilweise durch den Anstieg der Verteidigungsausgaben erklĂ€ren, so die BrĂŒsseler Behörde. Wenn Schulden durch höhere Verteidigungsausgaben verursacht werden, gibt es eine Ausnahmeregel.
Ausnahme bewahrt Deutschland vor Defizitverfahren
Diese Ausnahme bewahrt Deutschland davor, dass die BrĂŒsseler Behörde ein Verfahren gegen die Bundesrepublik auf den Weg bringt. Denn obwohl die Bundesregierung neue Milliardenschulden plant, lĂ€sst sich die Ăberschreitung der Drei-Prozent-Grenze laut Kommission "vollstĂ€ndig" durch den Anstieg der Verteidigungsausgaben erklĂ€ren. Gegen viele andere EU-LĂ€nder laufen derzeit Defizitverfahren.
Das Verfahren gegen Finnland muss noch von den EU-Finanzministern gebilligt werden. Mit dem Prozedere soll vor allem die StabilitĂ€t der Eurozone gesichert werden. Theoretisch sind bei anhaltenden VerstöĂen auch Strafen in Milliardenhöhe möglich. In der Praxis wurden diese aber noch nie verhĂ€ngt.

