EU-RatsprÀsident, US-Drohung

EU-RatsprÀsident: US-Drohung ist inakzeptabel

08.12.2025 - 13:02:28

Die EuropÀische Union muss nach Auffassung von RatsprÀsident António Costa Konsequenzen aus der neuen nationalen Sicherheitsstrategie der USA ziehen.

Die Drohung einer Einmischung in das politische Leben Europas, sei inakzeptabel, sagte der Portugiese bei einer Konferenz des Jacques Delors Institute in Paris. Die Vereinigten Staaten könnten nicht an die Stelle der europĂ€ischen BĂŒrger treten und entscheiden, welche Parteien gut und welche schlecht sind. "VerbĂŒndete drohen einander nicht mit Einmischung in ihr politisches Leben und ihre innenpolitischen Entscheidungen", betonte er.

In Antwort auf die Strategie sollte sich die EU nach EinschĂ€tzung von Costa nun konsequent unabhĂ€ngig von den USA machen. Zudem sprach er sich dafĂŒr aus, dass die EuropĂ€er im Jahr 2027 die FĂŒhrung innerhalb der Nato ĂŒbernehmen sollten. Was er sich genau darunter vorstellt, fĂŒhrte er allerdings nicht aus.

USA setzen in Europa auf patriotische KrÀfte

Die neue Sicherheitsstrategie der USA hat in europĂ€ischen HauptstĂ€dten seit ihrer Veröffentlichung Ende der vergangenen Woche erhebliche Beunruhigung ausgelöst. Mit ihr macht US-PrĂ€sident Donald Trump unter anderem klar, dass er in Europa patriotische Akteure unterstĂŒtzen will, die den Kurs und die Werte der derzeit den Ton angebenden Politiker in der EU ablehnen.

Zudem werden in dem Dokument angebliche Demokratiedefizite und EinschrĂ€nkungen der Meinungsfreiheit kritisiert. Bei dem zweiten Punkt geht den USA vor allem um europĂ€ische Digitalgesetze, die unter anderem die Verbreitung von Falschinformationen einschrĂ€nken und einen zu großen Machtzuwachs von Tech-Konzernen verhindern sollen.

Costa sagte zu den Differenzen, es werde keine Meinungsfreiheit geben, wenn die Informationsfreiheit der BĂŒrger geopfert werde, um die Tech-Oligarchen der Vereinigten Staaten zu schĂŒtzen. Als fundamental beschrieb er auch die Differenzen in anderen Bereichen. Die Vereinigten Staaten glaubten weder an den Multilateralismus noch an eine regelbasierte internationale Ordnung, sagte er. Zudem behaupteten sie, der Klimawandel sei eine LĂŒge, sagte Costa. Man habe also unterschiedliche Vorstellungen von der Welt.

@ dpa.de