EZB: Verzögerungen beim digitalen Euro erhöhen AbhÀngigkeit
26.01.2026 - 10:54:33"Heute besitzen US-Konzerne kritische Teile der Infrastruktur - sie können uns theoretisch den Stecker ziehen", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone der "SĂŒddeutschen Zeitung".
Die EZB peilt eine EinfĂŒhrung der Alternative zum Bargeld 2029 an. DafĂŒr muss allerdings der Rechtsrahmen fĂŒr den digitalen Euro stehen. Ein Gesetzentwurf der EU-Kommission wird noch im EuropĂ€ischen Parlament verhandelt. "Wenn die Gesetze heute stĂŒnden, wĂŒrden HĂ€ndler und IT-Dienstleister sofort mit der Umsetzung beginnen", sagte Cipollone. "Aber jede Verzögerung erhöht unsere AbhĂ€ngigkeit von auslĂ€ndischen Zahlungssystemen."
Seit Jahren tĂŒfteln die Euro-WĂ€hrungshĂŒter an einer digitalen Variante der europĂ€ischen GemeinschaftswĂ€hrung. Mit einem digitalen Euro wollen die Euro-Notenbanken privaten Anbietern vor allem aus den USA wie Paypal US70450Y1038, Mastercard US57636Q1040 und Visa, die derzeit den Markt fĂŒr digitale Zahlungen in Europa dominieren, ein europĂ€isches Angebot entgegensetzen.
Mit dem digitalen Euro werde ein europĂ€ischer Standard geschaffen, so dass Europa im Fall des Ausfalls eines Anbieters noch genug Alternativen fĂŒr digitale Zahlungen hĂ€tte, sagte Cipollone. "Dank der gemeinsamen Infrastruktur könnten Anbieter wie der neue Bezahldienst Wero, eine Initiative mehrerer europĂ€ischer Banken, ĂŒberall in Europa tĂ€tig sein." Cipollone betonte: "Niemand wird gezwungen, den digitalen Euro zu nutzen. Man kann auch in Zukunft bar oder mit einem anderen Zahlungsmittel bezahlen."

