ROUNDUPEZB, Zinspause

Leitzinsen bleiben unverÀndert

18.12.2025 - 14:24:38

Die EuropÀische Zentralbank lÀsst die Leitzinsen im Euroraum erneut unverÀndert.

Der fĂŒr Sparer und Banken relevante Einlagenzins liegt weiterhin bei 2,0 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. Der Euroraum geht so mit vergleichsweise niedrigen Leitzinsen in das mit Konjunkturhoffnungen verbundene Jahr 2026.

Mit dem Schritt verlĂ€ngert die EZB angesichts unsicherer Zeiten und einer eingedĂ€mmten Inflation ihre Zinspause. Bereits bei den geldpolitischen Sitzungen im Juli, September und Oktober hatte die Notenbank die Leitzinsen nicht angetastet. Zuvor hatte es eine Serie von Senkungen gegeben: Noch im FrĂŒhjahr 2024 lag der Einlagenzins, den Banken erhalten, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, doppelt so hoch bei 4,0 Prozent.

Tendenziell sind niedrigere Leitzinsen gut fĂŒr die Konjunktur: Kredite werden erschwinglicher, Firmen und Privatleute kommen gĂŒnstiger an Finanzierungen fĂŒr Anschaffungen oder Investitionen und können so fĂŒr Wirtschaftswachstum sorgen. Sparerinnen und Sparer erhalten jedoch weniger Zinsen fĂŒr Tages- und Festgeld, da Banken niedrigere Einlagenzinsen fĂŒr geparkte Gelder an ihre Kundschaft weiterreichen.

Geht es mit den Zinsen eher wieder nach oben?

EZB-PrÀsidentin Christine Lagarde betonte zuletzt wiederholt, die Notenbank sei mit dem derzeitigen Zinsniveau "gut aufgestellt", um durch die Unsicherheit zu steuern. Das gilt als Hinweis, dass die Leitzinsen im Euroraum vorerst stabil bleiben.

Auch viele Volkswirte sehen die Talsohle der Zinssenkungen im Euroraum erreicht, der zum 1. Januar 2026 Bulgarien als 21. Mitglied aufnimmt. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sagte jĂŒngst, sie gehe davon aus, dass die Leitzinsen im Euroraum "noch einige Zeit" auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Sie sei "durchaus einverstanden" mit der Marktsicht, "dass der nĂ€chste Zinsschritt eine Anhebung sein wird, wenn auch nicht in naher Zukunft", sagte Schnabel in einem Interview.

Inflation nahe der EZB-Zielmarke

DafĂŒr, dass die EZB zunĂ€chst weiter abwartet, spricht auch, dass die nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine ausgeuferte Inflation wieder unter Kontrolle ist. Im November lag die Inflationsrate im Euroraum bei 2,1 Prozent. Das ist nur knapp ĂŒber dem Zielwert der Notenbank.

Die EZB strebt fĂŒr den Euroraum mittelfristig eine jĂ€hrliche Inflationsrate von 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko fĂŒr die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird. Auch wenn Preise zu stark steigen, ist das Gift fĂŒr die Wirtschaft. Dann verlieren Verbraucher Kaufkraft. Das schmĂ€lert den Konsum als wichtige StĂŒtze der Konjunktur.

@ dpa.de