Aktien Europa: Kurse bröckeln ab - Furcht vor erneuter Eskalation im Nahen Osten
24.04.2026 - 12:01:42 | dpa.deDamit bröckelten die Kurse angesichts der unsicheren Lage am persischen Golf und der hohen Ălpreise weiter ab. "Die geopolitische Architektur im Nahen Osten gleicht einem instabilen Kartenhaus: Berichte ĂŒber interne MachtkĂ€mpfe im Iran und die massive Aufstockung der US-MilitĂ€rprĂ€senz lassen das Risiko einer erneuten Eskalation am Wochenende steigen", hieĂ es einem Kommentar des Analysedienstes Index Radar.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145, der Leitindex der Euroregion, sank am spĂ€ten Vormittag um 0,7 Prozent auf 5.853,23 Punkte. AuĂerhalb des Euroraums fiel der Schweizer SMI CH0009980894 um ein Prozent auf 13.117,21 ZĂ€hler. Der britische FTSE 100 GB0001383545 lag 0,8 Prozent im Minus bei 10.373,56 Punkten.
Von den Auswirkungen der hohen Ălpreise zeugte der deutsche ifo Index. "Die befragten Unternehmen blicken deutlich pessimistischer nach vorn als noch im MĂ€rz", stellte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank angesichts der gefallenen GeschĂ€ftserwartungen fest.
In dem schwĂ€chelnden Markt verzeichneten lediglich die Ălwerte stĂ€rkere Gewinne. Aktien von Eni IT0003132476 gewannen nach Zahlen zum ersten Quartal 1,1 Prozent. Der Ălkonzern habe zwar durchwachsen abgeschnitten, doch die fundamentale Entwicklung sei auf einem guten Weg, schrieb Analyst Matthew Lofting von JPMorgan.
Zu den wenigen Gewinnern gehörten auch Technologiewerte. Das Schwergewicht SAP DE0007164600 stĂŒtzte den Sektor dank ĂŒberraschend guter Quartalszahlen mit einem Kurssprung von fĂŒnf Prozent. Zudem gab es Nachrichten zu Adyen NL0012969182. Der niederlĂ€ndische Zahlungsdienstleister hatte im ersten Quartal den Umsatz um 20 Prozent gesteigert und bewegt sich damit im Zielkorridor fĂŒr die Jahresprognose. AuĂerdem will Adyen die deutsche Software-Plattform Talon.One fĂŒr 750 Millionen Euro ĂŒbernehmen. Die Analysten von Jefferies lobten diesen Schritt. Adyen kletterten um 2,1 Prozent.
Ansonsten dominierten jedoch die Verluste. Am schwĂ€chsten tendierten die Autowerte. Ausnahme waren die Aktien des Lkw-Bauers Volvo SE0000115446. Trotz gesunkener Auslieferungen hatte das Unternehmen im ersten Quartal im TagesgeschĂ€ft mehr verdient als erwartet. Dank eines um 14 Prozent gestiegenen Auftragseingangs zum Jahresauftakt zeigte sich der Konzern zudem fĂŒr das laufende Jahr optimistischer. Volvo gewannen 0,7 Prozent.
Baustoffwerte litten unter den hohen Energiepreisen. Zahlen von Saint- Gobain FR0000125007 und Holcim CH0012214059 stĂŒtzten den Sektor dabei nicht. Erstere fielen um ein Prozent, obwohl das Unternehmen im ersten Quartal nach Ansicht von Goldman Sachs besser als erwartet abgeschnitten hatte. Ăhnlich sah es bei Holcim aus. Die Aktie lag leicht im Minus, obwohl das Analysehaus Jefferies das operative Ergebnis und die robuste Nachfrage gelobt hatte.
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