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Europa Schluss: Wenig Bewegung trotz US-Börsenrekorden

29.05.2026 - 18:54:15 | dpa.de

Die europÀischen AktienmÀrkte haben sich am Freitag mit einer klaren Richtung schwergetan.

Dagegen feierten die Anleger an den US-Börsen sich verdichtende Hinweise auf eine mögliche Verhandlungslösung im Iran-Krieg mit Rekorden. FĂŒr Schwung sorgte in New York auch der anhaltende Boom um das Thema KĂŒnstliche Intelligenz (KI), das hierzulande eine geringere Rolle spielt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging nach zeitweise deutlichen Gewinnen 0,08 Prozent tiefer mit 6.050,54 Punkten aus dem Handel. Damit erzielte er ein Wochenplus von 0,5 Prozent. FĂŒr den zu Ende gegangenen Mai, der nicht gerade als guter Börsenmonat gilt, verbuchte er immerhin einen Anstieg um 2,9 Prozent.

Ein wenig besser als der EuroStoxx schlug sich am Freitag der schweizerische SMI CH0009980894 mit einem Plus von 0,28 Prozent auf 13.542,66 Punkte. Dagegen verabschiedete sich der britische FTSE 100 GB0001383545 0,16 Prozent tiefer mit 10.409,28 Punkten aus dem Handel.

Die Vereinigten Staaten und der Iran nĂ€hern sich nach US-Angaben einer Einigung auf eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe und weitere Verhandlungen. BezĂŒglich einer AbsichtserklĂ€rung seien viele Fortschritte gemacht worden, es werde aber noch an einigen Punkten gearbeitet, sagte US-VizeprĂ€sident JD Vance. Ob allerdings PrĂ€sident Donald Trump zustimmen wird, sei offen. Eine BestĂ€tigung der iranischen FĂŒhrung gibt es noch nicht.

"An der Börse bleibt die Unsicherheit ein verlĂ€sslicher Partner fĂŒr die europĂ€ischen Investoren bei ihren Anlageentscheidungen", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, das Handelsgeschehen. Die Nachrichtenlage hinsichtlich der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bleibe uneindeutig. "Es scheint zumindest aber sicher zu sein, dass es zu einem Vertragsschluss in Form eines Memorandum of Understanding kommen wird, wobei die Details und Bedingungen derzeit fast stĂŒndlich variieren."

Im marktbreiten Stoxx Europe 600 zĂ€hlten Medien- EU0009658640, Banken- EU0009658806 und Bautitel EU0009658889 vor dem Wochenende zu den grĂ¶ĂŸten Gewinnern.

Unter letzteren ragten die Aktien des grĂ¶ĂŸten niederlĂ€ndischen Bauunternehmens Bam Groep NL0000337319 mit einem Kursanstieg von fast 17 Prozent heraus. Analyst Martijn Den Drijver vom Oddo-BHF-Kooperationspartner ABN Amro stufte die Titel gleich doppelt auf "Outperform" mit einem deutlich angehobenen Kursziel hoch. Er hĂ€lt den Bewertungsabschlag gegenĂŒber der europĂ€ischen Konkurrenz fĂŒr nicht gerechtfertigt.

Recht gut schlug sich auch der Technologiesektor EU0009658921 im Kielwasser der freundlichen US-Tech-Werte. Hier sorgten vor allem ein euphorisch aufgenommener Quartalsbericht und deutlich angehobene Jahresziele des Computerkonzerns Dell US24703L2025 fĂŒr Furore.

Der moderat freundliche Reise- und Freizeitsektor CH0019112744 profitierte von der Hoffnung auf eine Entspannung in der Golf-Region und sinkende Ölpreise. Die Aktien der Billigfluggesellschaft Easyjet GB00B7KR2P84 schlossen nach zeitweise deutlicheren Gewinnen mit einem Plus von einem Prozent. Hier sorgte im spĂ€ten Handel eine vom britischen Finanzblog Betaville geschĂŒrte Übernahmefantasie zumindest kurz fĂŒr Auftrieb. Dort hieß es unter Berufung auf informierte Personen, dass ein Finanzinvestor, der mit einer Flugzeugleasingfirma zusammenarbeite, Interesse an Easyjet haben könnte. Die Aktien von Air France-KLM FR001400J770 gewannen ohne Übernahmespekulationen 2 Prozent.

Zu den grĂ¶ĂŸten Verlierern zĂ€hlten defensive Branchen wie Lebensmittel- und GetrĂ€nkehersteller EU0009658749 sowie Telekommunikationsfirmen EU0009658947.

Eher nicht gefragt waren auch die Aktien von Öl- und Gaskonzernen EU0009658780 angesichts deutlich sinkender Ölpreise. Allerdings blieben die Kursverluste ĂŒberschaubar. Darin dokumentierte sich die Erwartung weiterhin erhöhter Ölpreise. Denn selbst wenn eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe vereinbart wird, stehen einer Wiederaufnahme der Ölversorgung aus der Golf-Region zahlreiche Hindernisse entgegen.

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