Aktien Europa: Leichter - Autowerte ziehen Markt nach unten
13.06.2024 - 12:08:33Die Erleichterung ĂŒber nachlassenden Inflationsdruck in den USA, die am Vortag noch gestĂŒtzt hatte, ist damit wieder verflogen. Am Mittag verlor der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145EU0009658145 0,96 Prozent auf 4985,86 Punkte. FĂŒr den französischen Cac 40 FR0003500008 ging es um 1,08 Prozent auf 7779,51 Punkte nach unten. Der britische FTSE 100 GB0001383545 sank um 0,44 Prozent auf 8179,74 Punkte.
FĂŒr ErnĂŒchterung sorgte die Sitzung der US-Notenbank nach Börsenschluss in Europa. "Auch wenn die US-Inflationsdaten weniger stark gestiegen sind als erwartet, hĂ€lt die US-Notenbank an ihrer Hochzinspolitik fest und will weiterhin datenabhĂ€ngig entscheiden", hieĂ es in einem Kommentar von Index-Radar.
Dabei sollte man "die jĂŒngsten Zahlen zum US-Verbraucherpreisindex von der Denkweise der Fed trennen", betonte Jean Boivin, Leiter des BlackRock Investment Institute. "Es ist klar, dass die Fed, die schon lange mit Zinssenkungen beginnen wollte, sich allmĂ€hlich an die Tatsache gewöhnt hat, dass die Zinsen lĂ€nger hoch bleiben mĂŒssen - nicht nur kurzfristig, sondern auch lĂ€ngerfristig."
Schwach tendierten einmal mehr die Autowerte. Sie reagierten damit erneut auf die Androhung europÀischer Sonderzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge. "Die geplanten Strafzölle können sehr schnell nach hinten losgehen", warnte Marktexperte Andreas Lipkow. "Sollte China angemessen reagieren, wird das die deutschen Autobauer besonders hart treffen können." Deren Aktien lagen deutlich im Minus und zogen den Sektor nach unten.
Auch andere zyklische Sektoren wie Chemie und Rohstoffe standen unter Druck. Ausnahme war mit Norsk Hydro NO0005052605 ein kleinerer Wert. Die Aktie gewann 1,9 Prozent, nachdem Goldman Sachs hat die Bewertung mit "Buy" wieder aufgenommen hatte. Als einer der wenigen breit aufgestellten Aluminiumhersteller bleibe das Unternehmen bestrebt, seine PrĂ€senz im Verarbeitungsbereich durch Investitionen in margentrĂ€chtigere Produkte zu stĂ€rken und eine FĂŒhrungsstellung zu erreichen, schrieb Analyst Matt Greene.
Besser sah es bei defensiven Werten aus. Sowohl Pharma- als auch Telekommunikationsaktien verloren weniger als der Gesamtmarkt. Aus dem Rahmen fielen allerdings Telefonica mit 2,5 Prozent Abschlag. Die Deutsche Bank DE0005140008 hatte die Aktie von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 4,30 auf 3,20 Euro gesenkt. Die Spanier seien inzwischen eines der teuersten Unternehmen der Telekombranche, schrieb Analyst Keval Khiroya. Auch Medienwerte waren gefragt. Aktien des Schwergewichts Relx GB00B2B0DG97 setzten ihren AufwÀrtstrend der Vormonate fort und markierten neue Hochs.

